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18.11.2019 | Warum die Ausbildung bei uns eine gute Idee ist

Die Agrargenossenschaft Trebbin ist ein vielseitig aufgestelltes Unternehmen. Unser Kerngeschäft ist die Landwirtschaft und so bewirtschaften wir über 4.000 ha Acker- und Grünlandfläche, hauptsächlich in der Gemeinde Trebbin. Wir kombinieren dabei die moderne, produktive Landwirtschaft mit effektivem Naturschutz. Für unsere Milchrinder bauen wir fast alle Futterpflanzen selbst an und setzen dabei u. a. auf einheimische Eiweißträger wie die Luzerne. So können wir komplett auf Soja verzichten. Neben dem Futteranbau produzieren wir auch Marktfrüchte. Einen Teil unserer Erzeugnisse der landwirtschaftlichen Produktion setzen wir zur umweltfreundlichen Energieproduktion in der im Ort befindlichen Biogasanlage ein.

Weiterhin sind der Vertrieb, die Vermietung und der Service von und an Baumaschinen ein wichtiges Standbein der Agrargenossenschaft. In unseren Werkstätten bieten wir Reparatur-, Lackierungs- und Wartungsleistungen für NKW, Landmaschinen, Traktoren sowie PKW an. Eine Tankstelle betreiben wir auch. In unserer Kantine wird jeden Tag frisch gekocht und das Essen auch ausgeliefert, wie z.B. an den ortansässigen Kindergarten. Wir führen außerdem Veranstaltungen jeglicher Art durch und bieten dafür das entsprechende Catering und Übernachtungsmöglichkeiten im eigenen Hotel an.

In jedem Bereich arbeiten qualifizierte Fachkräfte, die ihr Wissen gerne weitergeben. Das ist Voraussetzung, um dem weiterhin existierenden Fachkräftemangel entgegentreten zu können. Wir legen verstärkt Wert auf die eigene Ausbildung in den unterschiedlichen Sparten. So bieten wir die Berufsausbildung zum:

  • Landwirt (m/w/d)
  • Tierwirt (m/w/d)
  • Fahrzeuglackierer (m/w/d)
  • Kraftfahrzeugmechatroniker PKW/ NKW (m/w/d)
  • Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik (m/w/d)
  • Koch (m/w/d)
  • Kaufmann für Büromanagement (m/w/d) und
  • zur Fachkraft Agrarservice (m/w/d) an.
Mit einer guten Ausbildung wird der Grundstein für eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Auszubildenden und dem Betrieb gelegt. Die Ausbildung in der Agrargenossenschaft Trebbin wird zunehmend beliebter und hervorragende Ergebnisse bei den Abschlussprüfungen zeugen von einer guten Zusammenarbeit zwischen AusbilderInnen und Auszubildenden.

Auf der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung wurde die Agrargenossenschaft Trebbin als „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ in den „Grünen Berufen“ im Mai 2018 ausgezeichnet. Weiterhin wurde die Agrargenossenschaft Trebbin durch die Innung Land- und Baumaschinentechnik Berlin und Brandenburg für ihre gute Arbeit im Rahmen der Lehrlingsausbildung geehrt. Im Abschlussjahrgang 2019 für Land- und Baumaschinenmechatroniker wurde unsere Auszubildende 1. Landes- und Innungssiegerin in Berlin und Brandenburg.

Eine gute Gelegenheit um bei uns hineinzuschnuppern ist z. B. der bundesweit stattfindende Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag am 26. März 2020. Wir freuen uns über zahlreiche Anmeldungen!

Auf der Ausbildungsmesse in Luckenwalde sind wir auch immer dabei.

Gute Erläuterungen sind die Grundlage für eine gute Ausbildung.

Die Vielfalt an Ausbildungsberufen bei uns bietet eine gute Auswahl.

15.11.2019 | Unser Besuch bei der Agritechnica

In diesem Jahr findet die Agritechnica vom 10. – 16. November in Hannover statt. Auf der Weltleitmesse für Landtechnik präsentieren alle führenden Unternehmen der Branche ihre Neuheiten und Innovationen. Zudem ist die Agritechnica das Schaufenster der globalen Landtechnikindustrie und Forum für die Zukunftsfragen der Pflanzenproduktion. Über 2750 AusstellerInnen aus 51 Ländern sind vor Ort und ein breites, topaktuelles Foren- und Tagungsprogramm informiert über die aktuellen Wissensstände und Innovationen.

Wir haben in diesem Jahr beschlossen, daraus einen organisierten Betriebsausflug für unsere MitarbeiterInnen zu machen. So fuhren wir am 12.11. um 6:00 Uhr mit 26 Personen in einem Reisebus nach Hannover. Der Bus wurde nicht nur gemietet, sondern auch noch mit Getränken und Snacks bestückt. Vier Stunden später waren wir schon in Kleingruppen auf dem großen Messegelände unterwegs. Es gab viel zu sehen. Mehr als in sechs Stunden möglich war. Es war beeindruckend wie der Fortschritt im Bereich Digitalisierung und Precision Farming weiter voranschreitet. Und sich auch die Technik stets weiterentwickelt. Nach unzähligen Eindrücken ging es dann gegen 15:30 Uhr wieder Richtung Heimat.

Die durchweg gute Stimmung während der Fahrt und auf der Messe haben die Fahrt zu einem tollen Erlebnis gemacht. Es war ein sehr schöner und informativer Ausflug, der inspiriert und Lösungsansätze bietet. Besonders hat es uns gefreut, dass die Auszubildenden so zahlreich teilgenommen haben. Das kann nur gut für die Prüfungen sein.

Busfahrt nach Hannover

Ganz viel Technik zum Anfassen

Vorfreude auf dem Messegelände

08.11.2019 | Tag der Ernährungswirtschaft in Luckenwalde

Im Rahmen der Wirtschaftswoche des Landkreises Teltow-Flämings fand am 06. November der Tag der Ernährungswirtschaft im Kreishaus Luckenwalde statt. Eingeladen dazu haben der Kreisbauernverband Teltow-Fläming e.V. und der Landkreis, in Vertretung durch Herrn Meierhöfer als Amtsleiter Landwirtschaft, der die Veranstaltung moderierte. Der Schwerpunkt lag auf der Herstellung und dem Absatz regional erzeugter Produkte sowie den bestehenden Herausforderungen dabei.

Den VeranstalterInnen war wichtig, dass branchenübergreifend ein Dialog entsteht, um in der Zukunft weitere regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen. Dafür braucht es ein Forum, in dem sich LandwirtInnen, handwerkliche Verarbeitungsbetriebe, regionale HändlerInnen und Gastronomen kennenlernen und austauschen. Ebenso sollten an diesem Tag aber natürlich auch die VerbraucherInnen die Möglichkeit haben, sich zu diesem Thema zu informieren und ihre Vorstellungen einzubringen.

So fanden drei interessante Podiumsdiskussionen zu den Themen „Mehr Tier von hier“, „Aus der Region, für die Region“ und „Klimawandel auch bei uns – was tun?“ statt. Bei „Aus der Region, für die Region“ war auch die Agrargenossenschaft Trebbin durch Jana Gäbert auf der Bühne vertreten. Dort ging es dann nach einer kurzen Unternehmenspräsentation etwa eine Stunde um die acker- und pflanzenbaulichen Herausforderungen am Standort, gerade unter den klimatischen Veränderungen, sowie den Anforderungen aus Politik und Gesellschaft. Im Gespräch mit Sebastian Klass von einem bio zertifizierten Nachbarbetrieb wurde deutlich, dass Kooperation mit Nachbarn nicht nur wichtig ist, sondern auch gut funktionieren kann. Jana Gäbert stellte heraus, dass ein Schulterschluss zwischen groß und klein, biologisch und konventionell wirtschaftend notwendig ist, um gemeinsam an Lösungen für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft zu arbeiten.

Wir bedanken uns beim Kreisbauernverband Teltow-Fläming e.V. und dem Landkreis für das Ausrichten dieser Veranstaltung und hoffen, dass ähnliche folgen werden.

Herr Baumecker und Herr Behmann diskutieren über den Klimawandel bei uns

Es wird immer wärmer

Jana Gäbert stellt die AGT vor

06.11.2019 | Tropische Pflanzen für Verbesserungen im Acker- und Pflanzenbau

Zwei Pflanzen, die wir im Zwischenfruchtanbau verwenden, wollen wir an dieser Stelle einmal näher beleuchten. So enthalten all unsere Mischungen das Ramtillkraut, das wir als gute Vorkultur schätzen. Die rasch wachsende Pflanze wurzelt sehr tief und braucht dabei kaum Wasser oder Nährstoffe. Sie stammt ursprünglich aus den Hochlagen der Tropen und wird vor allem in Äthiopien und Indien als Ölfrucht angebaut. Hitze macht ihr daher wenig zu schaffen. Obwohl das Kraut nach rascher Keimung in den ersten zehn bis zwanzig Tagen eher verhalten startet, kann es bei früher Saat durch das rasche Massenwachstum in nur zehn Wochen zu einer beachtlichen Wuchsgröße kommen. Es bedeckt den Boden schnell und vollständig und ist sehr konkurrenzstark gegenüber keimenden Samenunkräutern. Als tropische Pflanze friert das Ramtillkraut zuverlässig ab im Winter, auch bei großen Pflanzen besteht daher kein Durchwuchsrisiko in der Folgekultur.

Die andere, noch nicht so bekannte Pflanze, ist der Tillage Radish (eine Varietät von Raphanus sativus), auch liebevoll der lebende Bodenbohrer oder Tiefenrettich genannt. Dieser Rettich ist eine Innovation aus der Pflanzenzüchtung für den Zwischenfruchtanbau. Er bildet im Gegensatz zum normalen Ölrettich eine sehr dicke Pfahlwurzel, die leichte Bodenverdichtungen durchbrechen kann. Wie alle Retticharten sollte er im Herbst nicht eingepflügt werden. Er friert im Winter gut ab und hinterlässt tiefe Hohlräume, durch die sich der Boden im Frühjahr schnell erwärmen kann. Außerdem profitieren nachfolgende Fruchtarten von der Bodenlockerung und können entsprechend besser den Boden durchwurzeln. Ursprünglich stammt der Ölrettich aus wärmeren Regionen. Es gibt Aufzeichnungen darüber, dass schon vor etwa 2000 Jahren in Ägypten der Ölrettich zur Ölgewinnung genutzt wurde. Das ist heute dort und auch in China und Japan noch der Fall. Für uns in unseren Breiten ist es eine tolle Zwischenfrucht für die Gründüngung, die wir nicht mehr missen möchten.

Ein junges Exemplar des Ramtillkrauts

Junge Wurzeln des Ramtillkrauts

Dicke Pfahlwurzel des Tillage Radishs

Tillage Radish

04.11.2019 | Der Ton macht die Musik
Wenn man zu einem bestimmten Thema in den Dialog geht, dann gibt es sogenannte Schlagwörter, die sich für bestimmte Gruppen etabliert haben, um zu signalisieren, wie sie zu einer Sache stehen. Ein bekanntes Beispiel einer informellen Sprachregelung aus der Vergangenheit verdeutlicht das gut. Es geht um die Verwendung der Präfixe „Atom-“ und „Kern-“: BefürworterInnen sprachen seit dem Ende der 1950er Jahre von Kernenergie, Kernkraftwerk usw., während GegnerInnen den Begriff „Atom-“ verwendeten. Fast jede/r Interessierte kannte diese Konvention und allein durch die Wortwahl war sofort klar, auf welcher Seite jemand stand.

Das sogenannte „Wording“ kann darüber entscheiden, mit welcher Einstellung an ein bestimmtes Thema herangegangen wird. Das wird gerne in der Politik genutzt, um die eigene Agenda voranzutreiben. Dafür werden dann einfach Synonyme gesetzt oder leider auch wissenschaftliche Definitionen schlicht außer Acht gelassen. Und wenn nicht aufgepasst wird, dann wird das in den gesellschaftlichen Sprachgebrauch übernommen. Genau das ist in den letzten Jahren in der Landwirtschaft passiert.

Stichwort „Massentierhaltung“: In den Agrarwissenschaften existiert dieser ungenaue Begriff gar nicht. Denn eine Masse ist unbestimmt. Eine einzelne Kuh ist auch schon eine Masse. In den entsprechenden Fachbereichen wurde daher schon immer die sogenannte Masse ins Verhältnis zur Fläche gesetzt. Das ist viel aussagekräftiger, denn die alleinige Anzahl der Tiere sagt nichts über den zur Verfügung stehenden Platz aus. Es kann theoretisch jede beliebige Masse (ob Einzeltiere oder eine große Herde) gut oder schlecht gehalten werden. Des Weiteren sagt die Anzahl genauso wenig etwas über das Tierwohl aus. Ein großer Außenklimastall, der nach den Bedürfnissen von Milchrindern konzipiert wurde, sorgt für mehr Tierwohl als ein kleiner, dunkler Stall. Von daher wünschen wir uns im Dialog die Verwendung der Begriffe „Intensiv-/ Extensivhaltung“ ggf. ergänzt um konkrete Werte des oben erwähnten Verhältnisses, die verdeutlichen wie viel Tiere pro Fläche gehalten werden. Außerdem sollte das Tierwohl losgelöst von der Tieranzahl betrachtet werden. Ansonsten bedient man sich der Vorurteile und tut vielen größeren Betrieben Unrecht.

Stichwort „Monokultur“: Hier haben wir den Fall, dass Begrifflichkeiten vollkommen falsch verwendet werden. Eine Monokultur ist per Definition eine Hauptfrucht (z. B. Winterweizen), die mindestens 5 Jahre lang hintereinander auf derselben Fläche angebaut wird. So etwas gibt es in Deutschland so gut wie gar nicht. Jede/r LandwirtIn agiert mit einer Fruchtfolge. Diese kann ein einfacher Fruchtwechsel mit zwei Früchten sein oder bis zu einer langen vielfältigen Fruchtfolge reichen. Allein aus Gründen der Pflanzengesundheit und somit auch ökonomischen Gründen ist eine Monokultur unsinnig. Was wir auf den Feldern sehen, sind dagegen Reinkulturen. Es wird ausschließlich eine Hauptfrucht auf einem Acker angebaut, allerdings nicht nacheinander auf demselben Acker. Ein Beispiel: Auf einem bestimmten Acker wird in Jahr 1 Raps angebaut, in Jahr 2 Winterweizen, in Jahr 3 Mais und in Jahr 4 Wintergerste. Danach geht es dann wieder von vorne los. So haben alle Kulturen 3 Jahre Pause ehe sie wieder angebaut werden. Es gibt aber auch Kulturen, die vertragen es auch, zwei Jahre hintereinander angebaut zu werden. Auch hier kann man keine weiteren Schlussfolgerungen darüber ziehen, wie ökologisiert der Ackerbau als solcher ist und ob Biodiversitätsmaßnahmen durchgeführt werden oder nicht.

Stichwort „Pestizide“: Dieser Begriff wird als Synonym für „Pflanzenschutzmittel“ verwendet. Pflanzenschutzmittel umfassen das ganze Spektrum an Mitteln, die dafür zugelassen sind, Pflanzen auf dem Feld (oder auch in Ihrem Garten, auf Ihrem Balkon) zu behandeln, wenn sie krank sind (bei Befall z. B. durch eine Pilzinfektion spricht man von einem Fungizid), von Schädlingen befallen sind (Insektizid) oder wenn die Unkrautkonkurrenz zu groß wird (Herbizid). Auch ein Brennnesselsud zur Bekämpfung von Läusen ist ein Pflanzenschutzmittel (oder eben Pestizid). Das Wort „Pestizid“ ist negativ belegt und ruft entsprechende Abneigung in einer sachlichen Debatte hervor. Dabei sind Pflanzenschutzmittel eine Begrifflichkeit wie Medizin für Menschen. Da ist alles erfasst, ob ein Stärkungsmittel pflanzlichen Ursprungs, ein Antibiotikum gegen eine bakterielle Infektion oder auch Morphium als Schmerzmittel. Und die Mittel haben ihre Zulassung, da sie einen bestimmten Zweck erfüllen und gesundheitsfördernd sind. Genau wie bei Pflanzenschutzmitteln. Nur dass es um Pflanzen geht, aus denen gesunde Lebensmittel hergestellt werden sollen.

Massentierhaltung, Monokultur, Pestizide. So wird heutzutage die Landwirtschaft beschrieben. Bei Nennung von jedem dieser drei Begriffe hatten Sie bestimmt ein negatives Geschmäckle beim Lesen. Ursache ist, dass diese Begriffe negativ besetzt wurden. Dabei verbirgt sich dahinter per se nichts Schlechtes bzw. nicht automatisch die Wahrheit. Doch es ist unmöglich einen zielführenden Diskurs zu führen, wenn der Mensch schon diese negative, durch bestimmte Gruppierungen gewollte Verknüpfung hat. Wir möchten uns daher für eine korrekte Sprachregelung aussprechen, die nur durch weitere Aufklärung möglich ist und fordern jene auf, die es besser wissen müssen, diese populistischen Begriffe sein zu lassen und die korrekten zu verwenden. Das hat etwas mit Respekt und Fachgerechtigkeit zu tun. Denn der Ton macht die Musik.

Triticale als Reinkultur auf einem unserer Äcker

24.10.2019 | Worum ging es eigentlich bei den Bauerndemos diese Woche?

Am Dienstag gab es in Deutschland bundesweite Protestaktionen der Bauern. Egal, ob groß oder klein, ökologisch, integriert oder konventionell wirtschaftend, an diesem Tag standen alle im Schulterschluss unter dem großen Motto: Wir rufen zu Tisch – miteinander reden, statt übereinander. Auch von uns gab es Beteiligung an der Traktoren-Sternfahrt nach Berlin.

Unser Anliegen ist es, dass die Politik und verantwortliche NGOs mit uns in den Dialog treten und nicht über unsere Köpfe hinweg Entscheidungen treffen, die nicht praktikabel sind oder am Ziel vorbeischießen. Das Agrarpaket, das von der Bundesregierung gerade beschlossen wurde, gefährdet landwirtschaftliche Betriebe. Die Verschärfung der Düngeverordnung führt zu Unterdüngung und schadet langfristig der Bodenfruchtbarkeit. Die permanente negative Stimmungsmache belastet uns als Menschen und schürt Ärger und Frustration im Berufsstand. Diskriminierung und Benachteiligung bis hin zu Beschimpfungen gehören leider inzwischen zur Tagesordnung. Auch dass der Diskurs oft nicht sach- oder fachgerecht geführt wird, ist der gesamten Sache nicht dienlich. Dazu kommt das Mercosur-Handelsabkommen, dass regionale Produkte durch billige Importware zu ersetzen droht.

Wir von der Agrargenossenschaft wollen, dass alle gemeinsam an den Tisch kommen und über mögliche Lösungen für eine zukunftsfähige, klimafreundliche Landwirtschaft sprechen. Weg von Ideologien und Vorurteilen. Hin zu einer ökologischen, ökonomischen und sozialen Perspektive. Deswegen sind wir aktive Teilnehmer in unterschiedlichsten, wissenschaftlichen Projekten und unterstützten auch am Dienstag die Bauerndemonstrationen in Deutschland.

Am Zielort angekommen

19.10.2019 | Warum tragen unsere Milchkühe Fitnessarmbänder?

Das Fitnessarmband ist natürlich keines was viele Menschen am Handgelenk tragen, sondern ein Pedometer. Die Funktionen sind aber sehr ähnlich. Das Pedometer ist ein kleines elektronisches Gerät zum Zählen von Schritten, das bei unseren Milchkühen an den Beinen, oberhalb der Klaue, angebracht ist. Die gelaufenen Schritte des Tieres werden gezählt und abgespeichert. In regelmäßigen Abständen werden die Pedometer über Funk ausgelesen.

Wir setzen Pedometer in der Milchviehhaltung ein, um über die gemessene Schrittzahl Rückschlüsse auf die Aktivität der Tiere ziehen zu können. Jede Kuh hat ihr tierindividuelles Schrittmuster. Bei Abweichungen wird das Tier dann digital markiert. So können wir weitere Hinweise auf den Gesundheitszustand der Kuh erhalten. Liegt zum Beispiel eine beginnende Stoffwechselerkrankung vor, dann kann die Information, dass das Tier sich weniger bewegt als sonst, hilfreich sein, um eine frühzeitige Erkennung und Behandlung zu ermöglichen. Eine erhöhte Aktivität kann ein Hinweis dafür sein, dass die Kuh brünstig ist und besamt werden kann.

Eine unserer Damen mit Pedometer

15.10.2019 | Unsere Anforderungen an die Zwischenfrüchte

Die Fruchtfolgegestaltung und die Zielsetzung des Zwischenfruchtanbaues (Futternutzung, Gründüngung) haben Einfluss auf die verschiedenen Zwischenfruchtarten. Während zum Beispiel in reinen Getreidefruchtfolgen sämtliche Zwischenfruchtarten angebaut werden können, verzichten wir in Rapsfruchtfolgen auf Kreuzblütler (z.B. Senf und Ölrettich), um verschiedenen Rapskrankheiten keine Wirtspflanzen anzubieten.

Zur Futtergewinnung haben wir Sommer- und Winterfutterroggen auf dem Plan. Für die Gründüngung arbeiten wir mit Senf, aber auch verschiedenen Mischungen von der DSV (Deutsche Saatenveredelung). Bei der Auswahl berücksichtigen wir immer den Standort. So nutzen wir die u.a. AquaPro, die speziell für Wasserschutzgebiete entwickelt wurde. Die Pflanzenzusammensetzung produziert selbst keinen Stickstoff, bindet aber die von Auswaschung gefährdeten Nährstoffe. Des Weiteren verwenden wir die N-Fixx Mischung, die sicher vor Sommerungen abfriert, stark humusbildend ist und über ein gutes N-Nachlieferungsvermögen aufgrund des hohen Leguminosenanteils verfügt. Die SolaRigol TR hingegen gilt als Boden beschattende, für intensive Durchwurzelung sorgende und Biodiversität erhöhende Mischung. So kann im Frühjahr ggf. auf eine tiefe Bodenbearbeitung verzichtet werden.

Wichtig ist, dass auf den Flächen, auf denen keine Winterkultur angebaut wird, Zwischenfrüchte stehen, um den Boden vor Erosion, Wasser- und Nährstoffverlusten zu schützen. Außerdem erhöhen wir so die Bodenfruchtbarkeit und -gesundheit. Aber auch für Insekten und Niederwild sind unsere Flächen auf die Art attraktiv.

Über so viel Biodiversität freut sich Boden, Tier und Mensch

Nicht nur Boden-, sondern auch Insektenschutz

Zahlreiche Pflanzenarten sind im Zwischenfruchtbestand zu finden

08.10.2019 | Auch eine Königin braucht Wasser

Die sogenannte Königin der Ackerfutterpflanzen, die Luzerne (Medicago sativa), bildet eines der beachtlichsten Wurzelwerke aller Nutzpflanzen aus. Mit ihrer bis zu 2,5 m in den Boden reichenden Pfahlwurzel und einer unglaublichen Wurzelmasse von bis zu 6 t/ ha (das entspricht etwa 300.000 Tafelschwämmen) ist die Luzerne bestens gerüstet, auch Trockenperioden gut zu überstehen. Zwar ist bei der Trockenheit in diesem Jahr aus den vorgenannten Gründen das Überleben der Pflanzen gesichert, jedoch wird unter diesen Bedingungen nur unzureichend Erntegut, also oberirdische Biomasse gebildet. Durch eine zusätzliche Wassergabe kann die Luzerne als eine der beregnungswürdigsten Kulturen deutlich mehr Masse produzieren. Das Zusatzwasser soll einen guten Ertrag liefern somit den Futterbedarf unserer Milchrinder decken.

Unsere Milchkühe benötigen auch Eiweiß in ihrer Ration. Eine Möglichkeit wäre es, Soja, eine preisgünstige, leicht verfügbare Proteinquelle, zu verwenden. Das lehnen wir als Betrieb allerdings ab, da der Großteil des Sojas auf dem Weltmarkt gentechnisch verändert ist und überwiegend außereuropäisch angebaut wird, was globale Transporte bedeutet. Die Luzerne ist daher eine gute Alternative zur Sojabohne: Einheimisch, ökologisch wertvoll für Insekten und ein wichtiger Bestandteil unseres Fruchtfolgesystems. Sie enthält etwa 6,9 g Protein in 100 g frischer Blattmasse und wird von den Tieren gerne gefressen. Daher verzichten wir schon länger auf die Sojabohne in der Ration und wollen unsere Anbaufläche für einheimische Alternativen noch vergrößern.

Die Etablierung eines Luzernebestands stellt unter den trockenen Frühjahrsbedingungen eine Herausforderung dar, die zum einen durch Nutzung einer Deckfrucht (Hafer oder Gerste) und zum anderen durch Einsatz der Beregnung gemeistert werden soll. Ist der Bestand erst etabliert, wird sie meist fünf Jahre lang mit bis zu fünf Schnitten genutzt und kann unter den hiesigen Standortbedingungen bis zu 100 Dezitonnen Trockenmasse pro Hektar und Jahr liefern.

Luzerne ist auch ökologisch bedeutsam

Ein durch Trockenheit verursachter, lückiger Bestand

Blühende Luzerne

05.10.2019 | Welchen Beitrag die Agrargenossenschaft für den Klimaschutz leistet

Bereits seit vielen Jahren setzen wir auf erneuerbare Energien, um eine Alternative zu Atomkraft und fossilen Brennstoffen zu fördern. Das tun wir auf verschiedenen Wegen. Zum einen befinden sich auf den Stall-, Scheunen- und weiteren Wirtschaftsgebäudedächern Photovoltaikanlagen. Diese verwerten die Sonnenenergie und wandeln sie in Strom um, der in das Stromnetz eingespeist wird. Das ist ein klimafreundlicher Prozess, da die Sonne uns als unbegrenzte, umweltfreundliche Energiequelle zur Verfügung steht.

Zum anderen beliefern wir die ortsansässige Biogasanlage mit Abprodukten aus dem Stall und nachwachsenden Rohstoffen vom Acker. Darunter fallen ein Teil der Gülle und das Restfutter aus der Milchkuhhaltung sowie Mais-, Gras- und Ganzpflanzensilagen (teilweise aus Zwischenfrüchten), die wir in der Rinderfütterung nicht benötigen. Das in den Fermentern produzierte Biogas wird entweder als aufbereitetes Biomethan ins Erdgasnetz eingespeist oder in einem Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt. Der Strom wird dann in das öffentliche Netz eingespeist.

Nach Abschluss des Gärprozesses kann dann der angefallene Gärrest als wertvoller organischer Dünger auf unseren Feldern ausgebracht und der Zukauf von mineralischen Düngemitteln reduziert werden. Hiermit erreichen wir für uns einen deutlich regionaleren Stoffkreislauf. Diese Zielsetzung unterstützen wir weiterhin mit dem umfangreichen Futtermittelanbau, den wir betreiben. Uns ist es wichtig, dass unsere Milchkühe regional erzeugtes Futter bekommen. So setzen wir statt auf Soja auf einheimische Eiweiß- und Ölpflanzen wie zum Beispiel Luzerne und Raps. Damit verringern wir die globalen Transporte und nutzen keine Flächen, für die der Regenwald weichen muss. Das ist unser Beitrag zum Klimaschutz.

Die Biogasanlage als klimafreundliche Variante zur Gas- und Stromerzeugung

Regionale Eiweißpflanzen sparen globale Transporte ein

Photovoltaik auf unseren Stallanlagen

02.10.2019 | Unsere Maisernte ist vollbracht

Am vergangenen Wochenende konnten wir unsere Silomaisernte abschließen. In diesem Jahr waren wir erneut relativ zügig fertig, da die Erträge leider sehr gering ausgefallen sind. So war dieses Anbaujahr wiederholt geprägt von anhaltender Trockenheit und wochenlangen heißen Temperaturen. Die Maispflanzen waren durch Trockenstress gekennzeichnet: eher kleinwüchsig, kleine Kolben und ein frühes Eintreten in das Stadium des Absterbens. Im Vergleich dazu waren die Pflanzen, die auf unseren Beregnungsflächen standen über 2 m hoch, zeigten einen sehr guten Kolbenansatz und wiesen einen sehr guten Trockensubstanzgehalt auf. Diese Bestände sichern uns die Grundlage für die Milchkuhfütterung ab.

Wir waren teilweise mit zwei Häckslern von Krone im Einsatz. Mit dem Big X 650 und dem Big X 780. Je nach Entfernung zum Futterlagerplatz waren zwei bis vier Abfahrer pro Häcksler im Einsatz. Unsere Maispflanzen landeten in unterschiedlichen Silos, abhängig vom gesamtheitlichen Erscheinungsbild, von der Sorte, der Lage der Fläche und dem Verwendungszweck. Letzterer entscheidet u. a. auch über die Häcksellänge des Ernteguts. Silomais für die Biogasanlage wird etwas kürzer gehäckselt als für die Rinder. Nach dem sehr guten Verdichten des Silos muss alles luftdicht mit zwei Folien, danach mit einem Schutznetz abgedeckt und zum Schluss mit Reifen beschwert werden. Dazu haben wir uns in diesem Jahr Siloringe angeschafft, damit das Abdecken des Silos etwas leichter von der Hand geht.

Der Häcksler bei der Arbeit

Der Abfahrer bringt den Mais zum Silo

Die neuen Siloringe auf dem fertigen Silo

Ein besserer Maisbestand

24.09.2019 | Unsere Teilnahme an der 19. Ausbildungsmesse in Luckenwalde

Am 21. September 2019 fand die 19. AusBildungsMesse Teltow-Fläming im Biotechnologiepark Luckenwalde statt. Dort waren mehr als 70 Aussteller*innen, die sehr vielfältige Berufsbilder, Weiterbildungs- oder Studienmöglichkeiten für Interessierte vorstellten.

Die Messe wird jedes Jahr durch die Wirtschaftsjunioren Teltow-Fläming gemeinsam mit dem Verein der Freunde der Wirtschaftsjunioren Teltow-Fläming e.V. und weiteren Partnern organisiert. Wir als Agrargenossenschaft Trebbin waren nicht nur als Aussteller, sondern auch als Unterstützer der Messe dabei.

So präsentierten wir uns mit einem Küchenstand, an dem man beim Kochen zuschauen und kulinarische Köstlichkeiten probieren konnte. Mit einem herbstlich, landwirtschaftlich dekorierten Stand, einem Geschicklichkeitsspiel und natürlich unserem Minibagger konnten wir die vielfältige Ausbildung in unserem Betrieb vorstellen. Neben den landwirtschaftlich orientierten Berufen wie Landwirt*in, Tierwirt*in und Fachkraft Agrarservice bilden wir nämlich auch in technischen Berufen wie Fahrzeuglackierer*in, Kfz-Mechatroniker*in, Mechaniker*in für Land- und Baumaschinentechnik aus. Erlernbar ist ebenfalls der Beruf zum/ zur Koch/ Köchin sowie zum/ zur Kaufmann/ Kauffrau für Büromanagement.

Wir freuten uns über das rege Interesse an unseren Ständen und hoffen auf zahlreiche Bewerbungen!

Unser Messestand mit Minibaggerspiel und mehr

Leckeres Fingerfood von unserem Koch direkt vor Ort

Die Moderatoren interviewen unsere Personalleiterin Nicole Friedrich

Tino Dahlke in Action

19.09.2019 | Der Raps und wir – eine Liebe geht zu Ende

Unsere Rapsaussaat fand erneut unter extremen Bedingungen statt. Die ewig andauernde Trockenheit ließ den Sandboden so richtig stauben. Dennoch haben wir es geschafft, eine ansehnliche Keimung der Samen hinzubekommen. Auf Grund des ausgebliebenen Regens war die Bodenbearbeitung zur Erstellung des für Raps notwendigen feinen Saatbettes mit weiteren Wasserverlusten verbunden.

Mit dem Temperatursturz von 35 °C in der einen und 18 °C in der anderen Woche kam leider kein erlösender Regen, nur einzelne Huschen. So blieb das Auflaufen spannend. Wir waren daher sehr erleichtert als es in der letzten Woche dann tatsächlich an einem Tag lang leicht vor sich hin regnete und etwa 25 l Niederschlag fielen. Inzwischen passiert auch wirklich etwas auf dem Acker. Doch die Frage bleibt, wie geht es weiter?

Haben wir vor zwei Jahren noch fast 400 ha Raps angebaut und damit auch den Insekten eine beständige Nahrungsquelle geboten, bestellen wir aktuell nur noch 65 ha. Durch das Verbot der Neonikotinoide, die zu den effektivsten Insektiziden zur Kontrolle von bohrenden Schädlingen, wie Blattläusen, Mottenschildläusen und Fransenflüglern, sowie einer Reihe von beißenden Schädlingen wie Kleinschmetterlingen und Käfern gehören, fällt ein effektives Beizmittel für uns weg. Das bedeutet, dass nun mehr Überfahrten mit Pflanzenschutzmitteln notwendig wären, um eine gesunde Pflanze für eine Ertragssicherung zu behalten. Das widerspricht aber unserem Grundsatz. Von daher muss die Anbaufläche zum Leidwesen der ortsansässigen Imker schrumpfen. Andere Betriebe haben den Rapsanbau bereits gänzlich aufgegeben.

Diese Flächenverringerung hat wiederum auch Auswirkungen auf unsere Fruchtfolge. Mit dem Verlust an Rapsfläche geht uns eine der besten Vorfrüchte verloren und die Diversität im Bereich der Nutzpflanzen nimmt weiter ab. Hier eine adäquate Alternative (sowohl für uns Landwirte als auch für die Imker) zu finden und zu etablieren, wird eine große Anstrengung für alle Beteiligten.

Doch es gibt noch andere Faktoren, die uns zu dieser Entscheidung bringen. Wir hatten dieses Jahr erneut mit der Problematik der Vorsommertrockenheit zu tun. Die anhaltende Trockenheit zur Blüte führte zu Reduktionsvorgängen der Pflanze. Das bedeutet, sie warf Blüten und damit auch potenzielle Schoten ab. Auch die andauernde Hitze bekam unserem Raps nicht. Er mag das maritime, gemäßigte Klima, doch bei uns lagen die Temperaturen über Wochen bei 35 °C. Darunter litt der Ertrag ebenfalls. Da wir davon ausgehen müssen, dass das Wetter sich weiterhin in diese Richtung entwickelt, müssen wir uns wohl von dem beliebten Bild gelb blühender Rapsfelder verabschieden.

Andauernde Trockenheit nach der Aussaat

Erlösender Niederschlag sorgte für das Auflaufen

Die Zukunft ist ungewiss

Eine staubige Angelegenheit

17.09.2019 | Preis der Wirtschaft Teltow-Fläming

Auch in diesem Jahr findet wieder die Wirtschaftswoche Teltow-Fläming (04.-10.11.) statt, in deren Rahmen am 08. November 2019 der Preis der Wirtschaft verliehen wird. Der Preis wird in mehreren Kategorien vergeben. Außerdem sind Sonderpreise möglich. Der Wettbewerb wird durch das RegionalCenter Teltow-Fläming der Industrie- und Handelskammer Potsdam (IHK) und durch die Kreishandwerkerschaft Teltow-Fläming (KH) organisiert. Das Preisgeld wird von der Mittelbrandenburgischen Sparkasse in Potsdam und der VR-Bank Fläming eG gestiftet.

Bewertet werden besondere unternehmerische Leistungen wie zum Beispiel eine exzellente Unternehmensentwicklung mit Schaffung und Erhaltung von Arbeitsplätzen sowie Ausbildungsplätzen bzw. einer kontinuierlichen Ausbildung. Auch die Vorstellung eines innovativen Produktes oder Verfahrens, die Familienfreundlichkeit und soziales Engagement für die wirtschaftliche Entwicklung in Teltow-Fläming sind von Interesse.

Nach Nominierung und anschließender Bewerbung stand für die Agrargenossenschaft Trebbin am 12. September eine Betriebsbesichtigung durch die Jury an. Es waren auch Vertreter der Presse dabei. Nach der Begrüßung hat Thomas Gäbert als Vorstand zunächst die beständige Vielseitigkeit unserer Agrargenossenschaft präsentiert. Dabei stellte er besonders heraus, dass jeder Fachbereich durch junge Fachkräfte geleitet und auch daher eine exzellente Ausbildung in diversen Berufen gewährleistet wird. Auch die enge Zusammenarbeit mit Wissenschaft und Forschung zeichnet uns aus. So sind wir bereits seit vielen Jahren in den unterschiedlichsten Projekten, die jetzt ihre politische und gesellschaftliche Bedeutung erlangen. Auf die zahlreichen Fragen der Jury sind wir gerne eingegangen und haben uns sehr über das ausgesprochene Interesse gefreut.

Da unsere Kernkompetenz die Landwirtschaft ist, sind wir mit der Jury samt Presse im Anschluss hinaus aufs Feld gefahren, um unsere Innovationen zu veranschaulichen. So stellten wir unsere Biodiversitätsmaßnahmen und unseren Luzerneanbau vor. Mithilfe dieser alt bekannten, eiweißreichen Futterpflanze können wir unsere Milchkühe gänzlich ohne Soja ernähren. Wir produzieren unsere Futtermittel weitestgehend selbst, um so nachhaltig zu wirtschaften und Stoffkreisläufe so geschlossen wie möglich zu halten. Ein weiteres Highlight war die Präsentation des Ploegers, einem Dreirad, mit dem wir die Gülle ausbringen und direkt einarbeiten können. Diese moderne Maschine stand symbolisch für unsere Bestrebungen, ressourcenschonend zu arbeiten, Dünger und Pflanzenschutzmittel nach Bedarf auszubringen und dabei den Boden zu schützen sowie dessen Fruchtbarkeit zu erhöhen.

Wir freuen uns sehr darüber, in diesem Wettbewerb zu sein und die Resonanz zeigte uns, dass wir auf dem richtigen Wege sind, Landwirtschaft, Naturschutz, soziale Verantwortung, Ökonomie und Wissenschaft unter einen Hut zu kriegen.

Der Ploeger als Beispiel für modernste Technik

Thomas Gäbert stellt die Innovationen vor

Alles ist vorbereitet

10.09.2019 | Besuch aus Fernost zum Thema „Nachhaltige Landwirtschaft“

Letzten Samstag waren 20 chinesische Experten bei uns, um sich ein Bild von unserem Betrieb und unserem Wirken im Bereich der Nachhaltigkeit zu machen. Sie sind Teil des Deutsch-Chinesischen Austauschprojektes für junge Fachkräfte im Agrarsektor 2019. Nach der Begrüßung verschafften wir unseren Gästen zunächst einen groben Überblick über die Agrargenossenschaft und den gegebenen Bedingungen, unter denen wir wirtschaften. Dort fand auch gleich ein reger Austausch statt. Alles auf Englisch natürlich. Wir waren sehr erfreut über die vielen Fragen, die ein großes Interesse an unserem Betrieb widerspiegelten.

Im Anschluss fuhren wir mit den jungen Fachkräften hinaus auf unsere Flächen. Wir zeigten ihnen wie Mais auf Sandböden mit fehlendem Niederschlag aussehen kann und auch welches Potential er auf grundwasserbeeinflussten bzw. beregneten Standorten hat. Da die Silomaisernte bei uns im vollen Gange ist, konnten sie gleich unseren Häckselkomplex begutachten. Auf dem Acker tauschten wir uns über die Möglichkeiten des Bodenschutzes aus und erklärten wie wir mithilfe von Fruchtfolgen, Zwischenfruchtanbau, dem Einsatz von modernen Maschinen sowohl die Fruchtbarkeit des Bodens fördern, als auch den Problematiken wie Erosion, Bodenverdichtung und dem geringen Wasserhaltevermögen des Bodens bzw. der potentiellen Verdunstung entgegenwirken.

Besonders Interesse weckte der Luzerneanbau und die biodiversitätsfördernden Maßnahmen. Inzwischen haben wir auf 15 ha insgesamt etwa 50 verschiedene Pflanzenarten etabliert, die Nahrung und Habitat für Insekten, Vögel und Niederwild sind. Die Besichtigung einer Dauerblühfläche sorgte für viel Begeisterung bei unseren Gästen. Nach dem gemeinsamen Mittagessen mit weiteren Fachgesprächen ließen wir das Programm dann auslaufen. Dieser Austausch war für beide Seiten sehr informativ gewesen.

Es wurden viele Fragen gestellt

Die Begutachtung des Maises

Thomas Gäbert erklärt die Begebenheiten

Die Vorstellung unseres Betriebes

06.09.2019 | Atemnot statt Abendbrot
Unter diesem scherzhaften Motto nahm die Agrargenossenschaft Trebbin zum ersten Mal an einem Firmenlauf teil. Die siebte Auflage fand in Bad Belzig statt. Es fanden sich schnell fünf motivierte Teilnehmer*innen für das Team, das am 23. August zehn Runden à 1100 m zu absolvieren hatte. Wie sich das Team untereinander die Strecke aufteilte, blieb freigestellt. Es gab von den Veranstaltern, die Krankenkasse Barmer und der Gewerbeverein Bad Belzig, lediglich die Vorgabe, es solle mindestens eine Frau dabei sein. Unsere Mannschaft hatte sogar gleich zwei Powerfrauen am Start.

Um 19 Uhr fiel der Startschuss und schon nach unter einer Stunde waren die 11 km erfolgreich von unserem Team absolviert. Damit belegte es Platz 26 von 53 angetretenen Mannschaften. Wir sind sehr stolz auf diese Leistung und finden, dass Melanie Dahlke, Conny Hartmann, Damian Fiedler, Thomas Gäbert und Angelo Wolff beim 8. Firmenlauf im nächsten Jahr unbedingt ebenso teilnehmen sollten.

Für unser Team gab es die Startnummer 1

Impressionen vom Tag

26.08.2019 | Die Feldlerche und die Agrargenossenschaft

Die Feldlerche (Alauda arvensis) ist eine mittelgroße, schlanke Lerche mit relativ langen Flügeln und dem charakteristischen Lerchensporn. Sie ist nach 1998 in 2019 erneut zum Vogel des Jahres gekürt worden.

Als Kurzstreckenzieher überwintert sie im Mittelmeerraum. Bei uns ist sie ab März/ April ein typischer Brutvogel der Agrarlandschaft. Das bedeutet, sie ist mit ihren Ansprüchen an den Lebensraum landwirtschaftlich genutzter Flächen gebunden. Sie sammelt nicht nur ihre Nahrung (z.B. Insekten, Spinnen, kleine Schnecken) auf Äckern und Wiesen, sondern legt dort auch ihre Nester an, um ihre Brut aufzuziehen. Dafür bevorzugt sie dünne und nur bis zu 50 cm hohe Bestände. Die Bestände der Feldlerche sind in den letzten Jahren massiv zurückgegangen. In Deutschland und Polen befinden sich zusammen etwa 40 % des europäischen Brutbestandes, weswegen sie eine besondere Verantwortung tragen.

Ursachen für den Rückgang der Feldlerche sind u. a. der zunehmende Anbau von Wintergetreide gegenüber Sommerungen. Das Wintergetreide ist bereits im Frühjahr relativ dicht, sodass die Nahrungssuche erschwert wird und lediglich die erste von eigentlich bis zu drei Bruten möglich ist. Zwei bis drei Bruten braucht die Feldlerche jedoch, um den Gesamtbestand zu halten, weswegen sie als gefährdet gilt (Rote Liste der Brutvögel Deutschlands, Kategorie 3 „gefährdet“).

Bei uns beginnt nun die Aussaat des Wintergetreides (Raps, Weizen, Gerste, Triticale, Roggen) und damit auch die Anlage von sogenannten Feldlerchenfenstern. Dabei achten wir auf folgende Dinge:

  • Nicht in Wintergerste, da die Brut zum Erntezeitpunkt häufig noch nicht beendet ist.
  • Nicht auf Äcker, die von Baumreihen, Hecken oder Gebäuden umgeben sind oder die weniger als 150–200 m von Wäldern entfernt liegen.
  • Zwei Feldlerchenfenster je Hektar, die möglichst weit entfernt von den Fahrgassen im Acker platziert werden.
  • Größe etwa 20 m² je Fenster

Die Sämaschine wird während des Sävorganges einfach kurz ausgehoben, um eine Saatlücke zu erhalten. Nach der Saat können die Fenster zusammen mit dem regulär angesäten Teil des Ackers behandelt werden. Die offenen Saatlücken sind attraktive Habitate für die Feldlerche. Sie suchen dort Nahrung und bauen ihre Nester im Schutz des Getreidebestands. Die Jungen sind so nicht nur besser vor Fraßfeinden (z. B. Fuchs, Waschbär, Marderhund) geschützt, sie finden im flugunfähigen Alter Futter und können sich trocknen und aufwärmen. In Kombination mit Blühstreifen oder Blühenden Ackerrainen konnten wir eine sehr positive Bestandsentwicklung der Feldlerchen feststellen.

Gelege eines Brutpaares

Frisch angelegtes Lerchenfenster

Lerchenfenster im Bestand

Die Feldlerche ist Vogel des Jahres 2019

20.08.2019 | Zwischenfruchtanbau für ökologische Funktionalität

Auf etwa 600 ha betreiben wir in diesem Jahr einen Zwischenfruchtanbau, um einen weiteren Grundstein für ein nachhaltig leistungsfähiges Fruchtfolgesystem zu schaffen. Das bedeutet, wir säen nach der eigentlichen Hauptfrucht sogenannte Zwischenfrüchte an, die entweder zur Futtergewinnung oder als Gründüngung des Ackers genutzt werden. Die Auswirkungen sind enorm, denn auf diese Weise minimiert sich die Zeit im Jahr, in der der Boden ungeschützt ist, und es findet ein natürlicher Grundwasser- und Erosionsschutz statt. Weitere positive Wirkungen sind z.B. die bessere Niederschlagsinfiltration, der Humusaufbau und die biologische Schädlingsbekämpfung. Wenn Leguminosen darunter sind, erfolgt sogar eine Luftstickstoffbindung.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit war die Aussaat auf unseren Flächen eine sehr staubige Angelegenheit. Für eine ordentliche Bestandsetablierung sind die erschwerten Bedingungen nur schwierig auszugleichen. Der langersehnte Regen letzte Woche war daher dringend notwendig, wenn auch bei weitem nicht genug. Der morgendliche Tau ist demzufolge nicht nur ein schönes Naturschauspiel, sondern auch wertvolles, pflanzenverfügbares Wasser. Noch ist der Bestand recht lückig, das wird sich hoffentlich bald ändern. In der Mischung SolaRigol TR sind ein großer Teil Leguminosen und Kreuzblütler enthalten, die u.a. den Boden beschatten, für intensive Durchwurzelung sorgen und die Biodiversität am Standort erhöhen.

Lückiger Bestand

Morgentau für Pflanze und Tier

Aufblühender Öllein

Mischung mit Leguminosenanteil

13.08.2019 | Testen von neuster Technik im Sinne der Nachhaltigkeit

Im Rahmen einer nachhaltigen Landwirtschaft setzen wir schon seit vielen Jahren auf einen ressourcenschonenden Acker- und Pflanzenbau. Das bedeutet, wir arbeiten mit einer Fruchtfolge, die durch einen umfangreichen Zwischenfruchtanbau ergänzt wird, und verwenden Gülle und Stallmist als organische Düngemittel. Beides fördert nicht nur die fruchtbare Humusschicht im Boden, sondern auch das Bodenleben darin. Dazu bilden wir auf diese Weise einen Kreislauf – Nährstoffe, die durch die Ernte des Futters abgetragen werden, gelangen zu einem großen Teil über die Rinderausscheidungen zurück auf den Acker. Außerdem versuchen wir den Boden so wenig wie möglich durch Überfahrten zu belasten. Verdichtungen stören sowohl das Wurzelwachstum der Pflanzen als auch die Aktivität der Bodenfauna, wie z.B. die der Regenwürmer. Daher setzen wir auf moderne Technik, die präzise und bodenschonend arbeitet.

Aktuell wird so die Zwischenfrucht- und Winterrapsaussaat vorbereitet. Dazu kommt mit dem Ploeger AT4103 testweise die neuste Technik zum Einsatz. Das Fahrzeug beeindruckt dadurch, dass es nicht nur die Gülle ordentlich ausbringt und gleich einarbeitet, um Nährstoffverluste und Geruch zu minimieren, sondern auch den Bodendruck stärker als andere entlastet. Mit seinen großen drei Breitreifen wird keine Stelle doppelt überrollt. Eine große Auflagefläche bedeutet weniger Druck und Verdichtungen. Die Auflagefläche kann auf dem Acker durch die Reifenregeldruckanlage sogar noch vergrößert werden. Durch die GPS-Steuerung wird exakt parallel gefahren und das Ausbringen der organischen Düngung mit dem Stoppelsturz kombiniert. Dadurch wird eine zusätzliche Überfahrt eingespart.

Sofortiges Einarbeiten der Gülle in den Boden

Drei statt vier Reifen

08.08.2019 | Gelungener Start ins Berufsleben

Am 05. August fiel bei uns der Startschuss für das neue Ausbildungsjahr. Sieben Auszubildende begonnen in der Agrargenossenschaft Trebbin ihre Berufsausbildung. Eine weitere wechselte von einem anderen Betrieb für das zweite Lehrjahr zu uns. Somit konnten wir am Montag acht neue Gesichter begrüßen. Nach einer kurzen Unterweisung im Seminarraum gab es zunächst eine vom Vorstand geführte Betriebsbesichtigung mit einer kurzen Vorstellung der Auszubildenden in den verschiedensten Bereichen. Auch Lagerplätze und einige Äcker wurden zur ersten Orientierung angefahren. Anschließend wurden sie dann in die fähigen Hände der Ausbilder*innen übergeben.

Drei von ihnen erlernen den Beruf Landwirt*in und die anderen fünf teilen sich auf in die Ausbildungen zur Fachkraft Agrarservice, zur Tierwirtin, zum Kfz-Mechatroniker, zur Fahrzeuglackiererin und zum Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik.

Wir wünschen all unseren Auszubildenden viel Spaß und Erfolg in der Ausbildung und dass sie immer neugierig bleiben.

Erläuterungen am Silo

Einblick in den technischen Bereich

Alles ist vorbereitet

06.08.2019 | Abschluss Druschernte
Die Raps- und Getreideernte ist inzwischen nahezu abgeschlossen. Der Ernteauftakt war Ende Juni und die insgesamt rund 1400 ha sind beinah komplett abgedroschen. Obwohl es etwas mehr Niederschlag gab als im letzten Jahr, liegen die Erträge unter dem langjährigen Durchschnitt. Das Wasser kam meist zur falschen Zeit für die Pflanzen und war in der Summe viel zu wenig. Der langanhaltende Trockenstress sowie die hohen Temperaturen sorgten für eine geringere Kornausbildung und frühes Sterben der Pflanzen. Ein beachtlicher Durchwuchs von Unkräutern erschwerte die Ernte und die Mähdrescher hatten dementsprechend ordentlich zu kämpfen. Nichtsdestotrotz ist die Ernte jedes Jahr ein ganz besonderer Moment. Alle Mitarbeitenden fiebern mit und geben vollen Einsatz. In diesem Jahr waren Raps, Weizen, Gerste, Triticale und Roggen im Drusch.

Rapsernte

Aus der Fahrerperspektive

Erntereifer Triticalebestand

03.07.2019 | Besuch der Staatsekretärin Dr. C. Schilde
Die Erhöhung der Grassilagequalität und damit deren optimierter Einsatz in der Milchviehfütterung ist das Ziel der Teilnahme der Agrargenossenschaft Trebbin an der Europäischen Innovationspartnerschaft „Q2Gras“. In diesem Projekt haben sich neben dem Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) sechs landwirtschaftlichen Unternehmen zusammengeschlossen, um ein technisches Werkzeug zu entwickeln, mit dem der optimale Trockensubstanzgehalt beim Erntevorgang ermittelt werden kann. Das Ganze wird in der Praxis über eine App realisiert. Parallel dazu werden praktische Forschungen zu Vorhersagemöglichkeiten der Silagequalität betrieben. Zu diesen Forschungsfragen informierte sich die Staatsekretärin im Ministerium für ländliche Entwicklung, Umwelt und Landwirtschaft Frau Dr. Carolin Schilde in der Agrargenossenschaft Trebbin. Neben einer eindrücklichen Besichtigung des Milchviehstalles und der Futterlagerstätten wurden vielfältige Fragen rund um die partnerschaftliche Forschung, aber auch zu Fragen der Nutztierfütterung und Aspekten der Agrar- und Forschungsförderung diskutiert. In der abschließenden Gesprächsrunde zwischen den Landwirten, den Forschern und den Mitarbeiterinnen des Ministeriums konnten einige erreichte Erfolge herausgestellt, aber auch noch viele zukünftige Forschungs- und Organisationsaufgabenstellungen identifiziert werden.

Gedankenaustausch in lockerer Runde

Vorstellung am Milchrinderstall

01.07.2019 | Praxistag Biodiversität
Mit einem erfrischenden, kurzen Regenschauer und der anschließend kurzen Vorstellung der Agrargenossenschaft Trebbin und des Farmnetzwerkes Nachhaltigkeit durch Dr. Thomas Gäbert startete der diesjährige Praxistag Biodiversität. In diesem Jahr ging es schwerpunktmäßig darum, den wissenschaftlichen Mitarbeitern der Bundestagsabgeordneten aus den Ausschüssen Ernährung und Landwirtschaft sowie Umwelt und Naturschutz einen Eindruck zu den umfangreichen Anstrengungen zur Förderung der Artenvielfalt zu geben. In der Agrargenossenschaft Trebbin wird seit 2015 intensiv an dem Thema gearbeitet, sodass bereits bis zu drei Jahre alte Blühflächen, Brachen, Rohbodenhabitaten und vieles weitere begutachtet werden konnten. Mit Unterstützung von Dr. Karl-Hinrich Kielhorn (Experte für Laufkäfern und Spinnen), Dr. Christian Schmid-Egger (Experte für Wildbienen) und Andreas Schuhmacher (BASF SE Agricultural Solutions Deutschland Leitung Nachhaltigkeit) konnten jedoch nicht nur die Maßnahmen, sondern auch die deutlichen Erfolge bei der Förderung der Artenvielfalt präsentiert werden. So wurden mittlerweile fast 80 Laufkäfer- und über 100 Spinnenarten sowie 80 Wildbienen- und 60 Wespenarten nachgewiesen. Viele davon bedrohte oder seltene Arten. In der abschließenden und sehr intensiven Diskussion wurde vor allen Dingen weiterer Handlungsbedarf, aber auch eine bessere und umfangreichere Darstellung der erreichten Erfolge gefordert. Dem folgend ist die Agrargenossenschaft Trebbin auf dem richtigen Weg, wird jedoch das Projekt noch weiter vorantreiben.

Beachtliche Wuchshöhe und Artenvielfalt in der Blühfläche

Gespräch im Blühstreifen

14.06.2019 | Bestes Wetter und zahlreiche Gäste beim Verpächtertreffen
Die Agrargenossenschaft Trebbin eG ist einer der größten Arbeitgeber in der Region. Sie bewirtschaftet ungefähr 4000 ha, vorwiegend gepachtete Flächen im Umfeld von Trebbin und seinen Ortsteilen. Dies ist Grund genug, die Verpächterinnen und Verpächter in regelmäßigen Abständen zu einer informativen Veranstaltung einzuladen, so wie am 14. Juni 2019. An dem Tag spielte auch das Wetter hervorragend mit. Bei strahlendem Sonnenschein kamen fast 300 Personen der Einladung nach und fanden den Weg nach Klein Schulzendorf. Dort folgte nach der Vorstellung der Entwicklung der Agrargenossenschaft in den vergangenen zwei Jahren sowie einem Ausblick in die Zukunft das große, gemeinsame Kaffeetrinken und Kuchenessen. Während es anschließend auf dem Hof bei Deftigem vom Grill und toller Blasmusik von den Flämingthaler Musikanten weiterging, nutzten viele Gäste die Gelegenheit, an der großen Rundfahrt über die Felder sowie durch den Milchviehstall teilzunehmen. Das war eine gute Möglichkeit, sich rund um die Landwirtschaft zu informieren und Fragen zur Bodennutzung und Tierhaltung zu stellen. Auch die zahlreichen Maßnahmen zur Förderung der Artenvielfalt fanden großen Anklang. Dabei geht es nicht nur um das üppige Nahrungsangebot, das die Agrargenossenschaft für die verschiedensten Tiere zur Verfügung stellt, sondern auch das Anbieten von Nist- und Brutplätzen. So siedelten sich in den vergangenen Jahren zum Beispiel ganz seltene Wildbienen- sowie Wespenarten auf den Flächen an.

Ein verantwortungsvoller Umgang mit dem Boden und anderen natürlichen Ressourcen sowie eine gemeinschaftliche Zusammenarbeit mit den Verpächterinnen und Verpächtern sind für die Agrargenossenschaft die maßgebende Grundlage für eine nachhaltige Landwirtschaft und eine langfristige Sicherung von Arbeitsplätzen in der Region. Deshalb würden sich Uwe Mertin und Dr. Thomas Gäbert freuen, zukünftig auch neue Verpächterinnen und Verpächter begrüßen zu dürfen.

Für das große Interesse und die langjährige, partnerschaftliche Zusammenarbeit bedanken sich an dieser Stelle recht herzlich sämtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Agrargenossenschaft Trebbin eG bei allen Verpächterinnen und Verpächtern, die das alles möglich machen.

Großes Interesse an den Feldrundfahrten

Interessante Fakten während der Feldrundfahrt

Empfang durch den Vorstand

Vortrag in einem fast vollbesetzem Saal

07.06.2019 | Nachhaltige Landwirtschaft
Bereits seit vielen Jahren nimmt die Agrargenossenschaft Trebbin ihre Verantwortung im Bereich des Naturschutzes und der Förderung der Artenvielfalt war. So wurden auch in diesem Frühjahr mehrjährige Blühflächen angesät. Mittlerweile wurden 15 ha vollständig in Ausgleichsflächen zur Förderung der Artenvielfalt umgewandelt. Es erfolgten Saaten mit Mischungen, die aus über 50 Pflanzenarten bestehen, aber auch reine Steinkleeblühflächen. Daneben erfolgt auf über 10 ha die Einsaat einjähriger Blühstreifen. Damit wurden vielfältige und wertvolle Habitate für viele Insekten geschaffen. Auf Grund der üppigen und langanhaltenden Blütentracht bieten die Flächen reichlich Nahrung für Bienen. Durch die vielfältigen Samen sind die Flächen zudem auch für Vögel sowie als Deckung für Wildtiere attraktiv.
Im Rahmen des Forschungsprojektes „Farmnetzwerk Nachhaltigkeit“ werden eine ganze Reihe an Maßnahmen untersucht, die die Artenvielfalt in der Landwirtschaft verbessern sollen. Wissenschaftlich wird das Projekt durch drei Experten, mit den Schwerpunkten Vögel, Laufkäfer und Spinnen sowie Wildbienen, begleitet. Im über 240 ha großen Untersuchungsgebiet nahm durch die Anlage von Blühflächen und Sandoffenflächen, der Schaffung von Sandsteilwänden, dem Aufstellen von Sitzstangen für Greifvögel, dem Aufhängen von Nistkästen und weiteren Maßnahmen die Artenanzahl bei allen Tieren zu. Mittlerweile können 46 Brutvogelarten mit fast 300 Brutpaaren nachgewiesen werden, darunter auch seltene und geschützte Arten wie die Feldlerche, die Gold- und Grauammer, die Klappergrasmücke, das Sommergoldhähnchen, der Neuntöter, der Gelbspötter, die Wiesenschafstelze und der Kiebitz. Weiterhin wurden auch der Rotmilan, der Steinkauz und die Uferschnepfe registriert. Ebenfalls beachtlich sind die deutlich zugenommenen Artenzahlen bei Laufkäfern (77) und Spinnen (102), darunter auch vom Aussterben bedrohte Arten sowie Arten, die erstmals in Brandenburg nachgewiesen werden konnten. Weiterhin wurden im Untersuchungsgebiet bisher 80 Wildbienen- und 60 Wespenarten nachgewiesen. Ein Viertel der in Trebbin vorkommenden Bienenarten sind Rote-Liste Arten. Um Wildbienen noch stärker zu fördern, bedarf es jedoch weiterer Anstrengungen, insbesondere um die Blütenvielfalt bei den Wildblumen zu erhöhen. Für Honigbienen und Hummelarten sind neben den Blühflächen durch den Raps- und umfangreichen Zwischenfruchtanbau ausreichend Nahrungsquellen vorhanden.
An verschiedenen Stellen geben Informationstafeln Auskunft zu einigen Maßnahmen und dokumentieren so die gelungene Kombination einer modernen und nachhaltigen Landwirtschaft mit vielen Aspekten des Naturschutzes. Die Anstrengungen werden noch weiter verstärkt und ausgebaut.

Ein „Landkärtchen“ auf der Phacelia.

Die Trebbiner Blühflächen weisen eine hohe Artenvielfalt aus.

16.05.2019 | Junge Rinderzüchter in der Agrargenossenschaft Trebbin eG
Drei spannende Ereignisse in den letzten drei Monaten liegen hinter der Milchproduktion der Agrargenossenschaft Trebbin. Alles begann am ersten April-Wochenende diesen Jahres mit der Ausrichtung des Trainingslagers des Brandenburger Rinderjungzüchtervereins auf unserer Jungrinderanlage. Als Vorbereitung für die jährlichen Kreistierschauen und die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung 2019 übten sich die 30 angereisten Jungzüchter im Waschen, Fitten und Liegeboxen bauen, sowie dem eigentlichen Vorführen der Jungrinder. Ebenfalls auf dem Programm standen die Tierbeurteilung von Milchkühen und eine Führung in der neuen Milchviehanlage am Standort Lüdersdorf.
Eine Woche nach dem Osterfest dann der zweite Termin: Die Kreisleistungsschau in Luckau. Dort präsentierten sich drei unserer Jungrinder im Rahmen des Jungzüchterwettbewerbes. Am Ende wurde unsere Färse “Bassana“ Typtier des Wettbewerbes und Theresa Betker mit “Isa“ beste Vorführerin.
Am vergangenen Wochenende folgte die Brandenburgische Landwirtschaftsausstellung. Im Ausstellerzelt der Rinderproduktion Berlin-Brandenburg stellte sich die Agrargenossenschaft Trebbin mit 4 Jungrindern und Infomaterialien zu den im Unternehmen angebotenen Ausbildungsberufen vor. Ergebnis der drei Tage waren viele interessante Gespräche über moderne Landwirtschaft und zwei Typtier-Auszeichnungen im Milchrind-Jungzüchterwettbewerb.

Kreisleistungsschau in Luckau

18.05.2018 | Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb
Auf der diesjährigen Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung wurde die Agrargenossenschaft Trebbin als „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ in den „Grünen Berufen“ ausgezeichnet. Die hocherfreuliche Verleihung fand durch den Landwirtschaftsminister Brandenburgs Herr Vogelsänger und durch den Präsidenten des Landesbauernverbandes Herr Wendorff statt. Um dem weiterhin existierenden Fachkräftemangel entgegentreten zu können, da sind sich Minister, Präsident und Betrieb einig, muss verstärkter Wert auf die eigene Ausbildung gelegt werden. Mit einer guten Ausbildung wird der Grundstein für eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Auszubildenden und dem Betrieb gelegt. Die Ausbildung in der Agrargenossenschaft Trebbin wird zunehmend beliebter und hervorragende Ergebnisse bei den Abschlussprüfungen zeugen von einer tollen Zusammenarbeit zwischen Ausbildern und Lehrlingen.

Verleihung der Auszeichnung

20.10.2017 | Besucher aus aller Welt
Auch im Jahr 2017 konnte die Agrargenossenschaft Trebbin wieder zahlreiche Gäste aus allen Teilen der Welt begrüßen. Besucher aus über 40 Staaten kamen nach Trebbin, um sich ein Bild von einem deutschlandtypischen Großbetrieb zu machen. Dabei kamen die Gäste sowohl als Vertreter von Unternehmen welche im landwirtschaftlichen Bereich tätig sind, als auch aus der Agrarberatung, aus Forschungseinrichtungen und natürlich auch aus der praktischen Landwirtschaft. Nicht zuletzt interessierten sich auch Wirtschafts- und Agrardiplomaten für den Betrieb und dessen Umsetzung der Digitalisierung in der Landwirtschaft. Einige weitere Besuche stehen bis zum Jahreswechsel noch an. Die Agrargenossenschaft Trebbin nimmt somit ihre Verantwortung war die deutsche Landwirtschaft zu repräsentieren.