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Neuigkeiten

10.09.2020 | Start in die Maisernte

Die diesjährige Witterung, insbesondere der fehlende Niederschlag im Juli und August, haben uns früh in die Silomaisernte starten lassen. Diese C4-Pflanze kommt ursprünglich aus Mexiko und ist daher an sehr warme und sonnige Klimaverhältnisse angepasst, wie sie vor allem in den Tropen und Subtropen gegeben sind. Besonders bei hohen Temperaturen können Maispflanzen deutlich besser wachsen als einheimische C3-Pflanzen. Auch verbrauchen sie dabei weniger Wasser. Zur Veranschaulichung: 1 ha Mais produziert so viel Sauerstoff wie 4 ha Buchenwald.

Auf etwa einem Drittel unserer Ackerfläche bauen wir ihn in erster Linie für unsere Rinder an. Sie bekommen eine Futterration, die auf Gras- und Maissilage basiert. Mais liefert den Kühen hauptsächlich Energie, die sie für die Milchbildung benötigen. Wir produzieren die eingesetzten Futtermittel fast ausschließlich selbst, um durch kurze Transportwege und einen nahezu geschlossenen Nährstoffkreislauf (das Futter kommt von den Feldern zu unseren Kühen, die Gülle als wertvoller organischer Dünger wieder zurück auf die Felder) die Umwelt zu entlasten. Weitere Rationspartner sind übrigens Luzerne, die wir ebenfalls auf rund 210 ha anbauen, und Rapsextraktionsschrot. Schon seit Jahren setzen wir kein Soja mehr in der Fütterung ein.

In der nächsten Zeit werden also wieder verstärkt große Maschinen auf den Straßen unterwegs sein. Dafür bitten wir um Verständnis und gegenseitige Rücksichtnahme. Vielen Dank im Voraus!

Auf dem Weg zum Silo

Präzision ist hier gefragt

Vom Häcksler direkt in den Hänger

07.09.2020 | Zwischenfruchtanbau für ökologische Funktionalität

Auch in diesem Jahr betreiben wir wieder auf über 600 ha einen Zwischenfruchtanbau, um einen weiteren Grundstein für ein nachhaltig leistungsfähiges Fruchtfolgesystem zu schaffen. Das bedeutet, wir säen nach der eigentlichen Hauptfrucht (z. B. Getreide) sogenannte Zwischenfrüchte an, die entweder zur Futtergewinnung oder als Gründüngung des Ackers genutzt werden. Die positiven Auswirkungen sind enorm, denn auf diese Weise minimiert sich die Zeit im Jahr, in der der Boden ungeschützt ist, und es findet ein natürlicher Grundwasser- und Erosionsschutz statt. Des Weiteren wird die Niederschlagsinfiltration verbessert, wertvoller Humus aufgebaut und biologische Schädlingsbekämpfung gefördert. Wenn Leguminosen darunter sind, erfolgt sogar eine Luftstickstoffbindung. Durch den Einsatz von Artenmischungen wird zudem eine intensive Durchwurzelung und eine hohe Biodiversität sichergestellt.

Aufgrund der anhaltenden Trockenheit war die Aussaat auf unseren Flächen eine sehr staubige Angelegenheit. Für eine ordentliche Bestandsetablierung sind das erschwerte Bedingungen und von daher ist eine organische Düngung in Form von Gülle eine gute Unterstützung. So kann sich auf naturnahe Weise der Pflanzenbestand etablieren und seine ökologische Funktionalität in Gänze entfalten. Der langersehnte Regen vom vergangenen Wochenende unterstützt die Entwicklung, genau wie der morgendliche Tau.

Bedeckung des Bodens ist aus so vielen Gründen wichtig.

Kurz nach dem Auflaufen

19.08.2020 | Luzerne für Insekten und Rinder
Die Luzerne (Medicago sativa) ist eine der wichtigsten Ackerfutterpflanzen und besticht durch zahlreiche positive „Nebenwirkungen“. Sie ist einheimisch, ökologisch wertvoll und ein wichtiger Bestandteil unseres Fruchtfolgesystems. Angebaut wird die Luzerne bei uns als ein eiweißreiches und von den Rindern sehr gerne gefressenes Futter. Die Luzerneansaat und Bestandsetablierung gelingen nicht immer, da sie in der Jugend sehr empfindlich ist. Ist der Bestand erst etabliert, wird sie meist fünf Jahre lang mit bis zu fünf Schnitten genutzt und kann unter den hiesigen Standortbedingungen bis zu 100 Dezitonnen Trockenmasse pro Hektar und Jahr liefern. So trägt sie über einen langen Zeitraum zur Futterversorgung unserer Rinder bei.

Auch wenn die Luzerne in der Regel vor der Blüte gemäht (auf Grund der Qualitätsansprüche in der Milchkuhfütterung) wird, bietet sie dennoch vielen Insekten, Vögeln und kleinen Säugern Schutz. Nun wurde aber bewusst auf einer unserer Luzerneflächen ein Bereich von 10 x 25 m nicht gemäht, um die Luzerne (hier auch mit Rot- und Weißklee) zum Blühen zu bringen. Damit wurde eine blütenreiche Teilfläche geschaffen und gemeinsam mit dem Wildbienenexperten werden wir schauen, ob das eine hilfreiche Unterstützung auch für die nektarverzehrende Insekten ist. Solche Inseln können das Nahrungsangebot insbesondere für Wildbienen steigern. Die Luzerne ist damit eine wahrliche Alleskönnerin.

Nektar im Hochsommer

Stehengelassene Blühfläche

12.08.2020 | Kalken – angewandter Bodenschutz

Der ideale Zeitpunkt zum Kalken ist direkt nach der Ernte zur Getreidestoppel, weswegen wir die Kalkausbringung aktuell auch vorgenommen haben. Das war eine sehr staubige Angelegenheit wie die Anwohner*innen feststellen mussten. Und es wurde gefragt, muss das sein?


Ja. Denn mit der Zeit sinkt der pH-Wert im Boden. Durch die steigende Säurekonzentration laufen verschiedene Zersetzungsprozesse verstärkt im Boden ab und bestimmte Ionen werden freigesetzt, was wiederum bei einigen Pflanzen zu toxischen Wirkungen führt. Die dadurch hervorgerufene Ertragsminderung kann auch wegen der deutlich schlechteren Verfügbarkeit vieler wichtiger Nährstoffe sehr stark ausfallen.

Das Kalken wirkt diesem Prozess entgegen. Somit sind dann die Hauptnährstoffe Stickstoff, Phosphor, Kalium aber auch Schwefel, Magnesium und Kalzium besser pflanzenverfügbar, was die Vitalität der Pflanzen fördert. Eine gut mit Nährstoffen versorgte Pflanze ist gesünder und widerstandsfähiger und führt zu höheren Erträgen. Die Bodenstruktur bleibt außerdem stabil und auch das gewünschte Bodenleben kann so gefördert werden. Deswegen kalken wir unsere Böden, denn nur ein gesunder Boden bildet unsere wichtige Produktionsgrundlage und soll auch noch in 100 Jahren gesund sein.

Haufenweise Kalk für gesunde Böden

Kalken ist eine staubige Angelegenheit.

06.08.2020 | Sonnenblumen – das Gottesauge aus Amerika

Die Sonnenblume (Helianthus annus) stammt ursprünglich aus Amerika und wurde im 16. Jahrhundert von den Seefahrern nach Europa gebracht. Die Inkas verehrten sie damals als Abbild ihres Gottes und heute ist sie bei uns das Symbol des Sommers. Schnell fand sie ihren Weg aus dem Bauerngarten auf den Acker. Laut dem Statistischen Bundesamt wurden 2020 in Deutschland auf 28.100 ha Sonnenblumen angebaut. Das sind 25 % mehr als im Vorjahr. Dennoch gehört sie zu den selteneren Anbaukulturen und reiht sich ein zwischen Süßlupine (21.900 ha) und Sojabohne (32.900 ha). Im Europäischen Vergleich macht Deutschland nicht einmal 1 % der EU- Gesamtanbaufläche aus. Im Jahr 2019 war Rumänien Spitzenreiter und baute Sonnenblumen auf 1,31 Mio. ha an. Danach folgte Bulgarien (815.600 ha), Spanien (700.900 ha) und Frankreich (603.900 ha).

Wir bauen auf unseren Flächen 51,6 ha dieser schönen Korbblütler an. Früher war sie schon Bestandteil unserer Fruchtfolge, wir mussten aber aufgrund der ökonomischen Marktbedingungen ein paar Jahre auf sie verzichten. Verwendet werden die Sonnenblumenkerne in gerösteter, geschälter Form in Back- und Süßwaren und sind Bestandteil vieler Müslimischungen. Aber auch die Verwendung als Vogelfutter spielt eine große Rolle.

Das Sonnenblumenöl ist wertvoll für die menschliche Ernährung. Bei landwirtschaftlich genutzten Sonnenblumen liegt der Ölgehalt der Frucht zwischen 48 und 52 %. Das gewonnene Sonnenblumenöl wird zum Kochen verwendet. Unraffiniertes Öl weist einen starken Eigengeschmack auf und eignet sich daher besonders als Geschmacksträger für die Zubereitung von warmen Speisen und Salaten. Raffiniertes Öl kann in Schmieröl, Treibstoffen, Weichmachern sowie in der Pharmazie verwendet werden. Die Pressrückstände bzw. das entfettete Mehl können als Viehfutter dienen. Die Verwendung ist also sehr vielseitig.

Bei Insekten und Vögeln sind Sonnenblumen sehr beliebt.

Die Dürre macht auch der Sonnenblume zu schaffen.

04.08.2020 | Das neue Ausbildungsjahr ist gestartet

Gestern war es wieder so weit. Das neue Ausbildungsjahr hat begonnen. Für den Abschluss Tierwirt:in Schwerpunkt Rinderhaltung und den Abschluss Landwirt:in konnten wir je eine:n Auszubildende:n gewinnen und somit zwei neue Gesichter bei uns in der Agrargenossenschaft begrüßen.

Wir nehmen auch jetzt schon gerne Bewerbungen für den Ausbildungsstart in 2021 entgegen. Wir suchen engagierte, junge Menschen für die Berufe:

  • Landwirt (m/w/d)
  • Tierwirt (m/w/d)
  • Fachkraft Agrarservice (m/w/d)
  • Kraftfahrzeugmechatroniker PKW (m/w/d)
  • Kraftfahrzeugmechatroniker Nutzfahrzeugtechnik (m/w/d)
  • Fahrzeuglackierer (m/w/d)
  • Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik (m/w/d)

Ausbildungsstart für den besten Beruf der Welt

30.07.2020 | FaunaPhotonics - die Radarfalle für Insekten

Wir sind Partner in einem Pilotprojekt und auch der erste Betrieb in Deutschland, der FaunaPhotonics in der landwirtschaftlichen Praxis testet. Bei der Technologie handelt es sich um ein Echtzeit-Monitoring von Fluginsekten. Wir wollen mit unserem Partner BASF herausfinden, wie gut sich das System für die Erfassung verschiedener Insekten eignet. Wenn alles planmäßig funktioniert, soll ein Langzeitmonitoring für eine valide Datengrundlage sorgen. Damit sollen Erkenntnisse hervorgebracht werden, wie sich in der modernen Landwirtschaft die Ziele einer qualitativ hochwertigen Lebensmittelproduktion mit den Zielen rund um den Erhalt bzw. der Förderung der Artenvielfalt verbinden lassen.

Das Gerät, das Ähnlichkeit mit einer Radarfalle im Straßenverkehr hat, erfasst von jedem vorbeifliegenden Insekt die Flügelschlagrate, die Farbe und das Größenverhältnis von Flügeln zu Körper. Damit ist es möglich Insekten zu gruppieren. Ob es sich bei einer Biene um eine Hosenbiene oder eine Langhornbiene handelt, braucht es weiterhin erfahrene Experten.

Seit Ende Juni findet auf einem Schlag mit Blühstreifen mit drei Geräten die erste Testphase statt. An drei Positionen, direkt im Blühstreifen, in den ersten Maisreihen und tiefer im Feld, stehen die Geräte. So kann die Flugaktivität unter drei verschiedenen Bedingungen nachgewiesen werden. An diesem Standort monitoren auch unabhängige Experten die Vorkommen von Wildbienen und -wespen sowie Spinnen und Laufkäfer. Somit ist es ansatzweise möglich, Daten zu vergleichen. Wir sind sehr gespannt auf die Ergebnisse.

Der Aufbau war nicht ohne

Aufgestellte Anlage im Feldbetrieb

Eine Radarfalle für Insekten

23.07.2020 | Durum – ein Urweizen aus dem mediterranen Raum

Der Hartweizen (Triticum durum) gehört zur Emmer-Reihe und ist aus evolutionsgenetischer Sicht ein Urgetreide, das weltweit eine bedeutsame Rolle für die menschliche Ernährung spielt. In Deutschland fasst der Durum-Anbau langsam Fuß und so wurden 2019 157.600 Tonnen Hartweizen geerntet. Allerdings lag der Bedarf bei knapp 400.000 Tonnen, weshalb der Rest u. a. aus Frankreich, Österreich und Italien importiert wurde. Traditionell handelt es sich beim Hartweizen um ein Sommergetreide, doch inzwischen gibt es auch frostharte Wintersorten. Solch eine Sorte haben wir auf 14 ha angebaut. Er benötigt recht gute Böden und sommertrockene Lagen, steht gut in der Fruchtfolge nach Blattfrüchten. Unsere Böden sind zwar nicht unbedingt optimal für Durum, aber klimatisch betrachtet, passt er sehr gut zu uns, weshalb wir uns dafür entschieden haben, es mit dem Anbau auszuprobieren.

Im Gegensatz zu unserem Weichweizen ist die Stärke glasig, die Körner sind hart und spröde, daher zerbrechen sie leicht beim Mahlvorgang. Deshalb eignet er sich bestmöglich für die Grießgewinnung zur Nudelherstellung. Die erwünschten Eigenschaften, wie z. B. hohe Protein- und Gelbpigmentgehalte sowie optimale Glasigkeit, sind stark sorten- und witterungsabhängig. Sie werden somit vom Abreifeverlauf und punktgenauem Erntetermin beeinflusst. Seine Verwendung als Grieß ist sehr vielfältig. Neben Nudeln eignen sie sich auch für Pudding, Auflauf, Brei, Kloß- oder Strudelteig. Bei der Grießherstellung fällt auch immer Mehl an, das u. a. für Ciabatta oder Foccacia verwendet wird.

Der Durum-Anbau leistet einen Beitrag zur gesellschaftlich gewünschten Biodiversität, durch eine Erweiterung der Fruchtfolge um weitere Kulturart. Eine regionale Produktion senkt zudem die aktuell noch notwendigen Importe, was ein guter Beitrag sowohl zur regionalen Wertschöpfung als auch zum Klimaschutz ist. Aus ernährungswissenschaftlicher Sicht haben Dinkel- und Durum-Erzeugnisse ein günstiges Nährstoffprofil, enthalten jedoch Gluten.

Durum-Bestand

Die Basis für Nudeln und Bulgur

21.07.2020 | Erste Rückschlüsse aus unserem Kichererbsen-Anbau

Aktuell befindet sich unser Kichererbsen-Bestand in der Blüte und Hülsenbildung. Die Pflanzen weisen einen guten Hülsenansatz auf, der optimistisch stimmt. Schon jetzt zeichnet sich ab, dass die Beregnung sich sehr positiv auf den Bestand ausgewirkt hat. Die Reihen sind deutlich geschlossener im Vergleich zum Teilschlag, der nicht beregnet wurde. Auch die organische Düngung trägt zu einer guten Pflanzenentwicklung bei. Die Unkrautregulierung stellt jedoch eine Herausforderung dar. Insbesondere Zurückgebogener Fuchsschwanz und weißer Gänsefuß sowie Acker-Winde zeigen sich problematisch.


Wir haben mehrere italienische Sorten angebaut. Es gibt bereits jetzt Favoriten für künftige Anbaujahre. Interessanterweise treten immer mehr Leute an uns heran, die sich mit Saatgut, Pflanzenschutz oder Verarbeitung von Kichererbsen beschäftigen – es entsteht gerade ein kleines Kichererbsen-Netzwerk.

Guter Schotenansatz

Kichererbsen in Brandenburg

Die Beregnung zum Auflaufen war äußerst hilfreich.

13.07.2020 | Gerstendrusch so gut wie fertig

Ende Juni rollte auch bei uns der Mähdrescher das erste Mal dieses Jahr aufs Feld, um unsere erste Druschfrucht, die Wintergerste, zu ernten. Zwei Wochen zog sich die Ernte hin. Mittlerweile sind wir aber so gut wie fertig mit den 245 ha. Der Ertrag war ähnlich wie im letzten Jahr, glücklicherweise nicht schlechter, aber auch nicht deutlich besser. Die Witterungsbedingungen hätten aktuell besser sein können, da die Feuchtigkeit im Korn teilweise grenzwertig war.

Unsere Wintergerste vermarkten wir regional als Futtermittel. Das bedeutet, wir liefern sie direkt vom Feld an einen Nachbarlandwirt, der damit seine Schweine füttert.

Die Fotos hat unser Facharbeiter Julian Baumann gemacht.

Der Ertrag war leider unterdurchschnittlich.

Unser Drescher im Einsatz

04.05.2020 | Vogelschutz in der Landwirtschaft
Jede Form der Landwirtschaft ist ein Eingriff in die Natur und stellt eine Veränderung im bestehenden Ökosystem dar. Das ist nicht nur negativ zu bewerten, denn so entstehen auch neue ökologische Nischen, die von neuen Arten besiedelt werden. Im Laufe der Zeit haben sich so für die Agrarlandschaft sogenannte Indikatorarten entwickelt. Das sind Tiere, die nur in Gegenden vorkommen, in denen Landwirtschaft betrieben wird. Sollte diese aufgegeben werden, verschwinden diese Arten wieder. Doch Landwirtschaft alleine reicht nicht aus. Denn diese unterliegt einem schnellen Wandel, zu schnell als dass sich die Agrarindikatorarten daran anpassen könnten.


Deshalb legen wir z. B. Lerchenfenster im Wintergetreide an. Die Feldlerche gehört zu jenen Vögeln, die ausschließlich in der Agrarlandschaft leben. Genau wie u. a. der Kiebitz, die Gold– und Grauammer, die Schafstelze, das Braunkehlchen, der Neuntöter, der Feldsperling und die Wachtel. Einige davon sind Bodenbrüter, andere benötigen einen Nistplatz in der Höhe. Deshalb haben wir mit Unterstützung der Auszubildenden im Winter fast 30 weitere Nistkästen in unserem Wirkungsgebiet angebracht, um eben jenen Vögeln Schutz zu bieten und sich das Ansiedeln zu erleichtern. So kommen wir einmal auf anderer Art unserer Verantwortung nach, Artenschutz zu betreiben. Im Rahmen unseres Monitorings wird dann auch festgestellt, wie gut die Nistkästen angenommen werden. Diese Vögel sind ein deutliches Signal dafür, wie gut es um unser landwirtschaftliches Ökosystem steht. Bisher haben wir gute Erfolge erzielt, abgesehen vom letzten Jahr, wo es insgesamt einen Rückgang der Vogelpopulationen aufgrund der zwei aufeinander folgenden Dürrejahre gab.

Nistkästen werden angebracht

27.01.2020 | Die Wissenschaft und wir

Wir sind immer bestrebt, uns zu verbessern, deshalb arbeiten wir bereits seit vielen Jahren eng mit Wissenschaft und Forschung zusammen. Ziel ist es, Zusammenhänge und Vorgänge in der Natur und der Produktion besser zu verstehen, um entsprechende Handlungsmaßnahmen daraus ableiten sowie Entscheidungen auf wissenschaftlichen Fakten treffen zu können.

Wir möchten heute ein Verständnis für die moderne, realistische Landwirtschaft schaffen und gleichzeitig eine noch klima- und umweltfreundlichere Landwirtschaft für morgen gestalten. Dafür ist es wichtig, einerseits Aufklärung für die VerbraucherInnen zu betreiben und andererseits an wissenschaftlichen Projekten sowie politischen Meinungsbildungen teilzuhaben. Das funktioniert nur über eine gewisse Transparenz. Daher sind wir stets offen für interessierte BesucherInnengruppen. Wir zeigen gerne, dass moderne Landwirtschaft und Biodiversität zusammengehören und sich nicht konträr bedingen. Auch möchten wir über unsere gewonnenen Erkenntnisse aus diversen wissenschaftlich begleiteten Projekten informieren und sie anderen LandwirtInnen, der Politik, Industrie und Gesellschaft zur Verfügung stellen.

Besucht haben uns bereits Schulen, Vereine, Verbände, aber auch MinisterInnen des Bundestages und ihre wissenschaftlichen MitarbeiterInnen sowie (inter)nationale Reisegruppen von landwirtschaftlichen Fachkräften. Andersherum fahren wir mit großem Engagement zu Tagungen, Veranstaltungen und Workshops, um Impulse zu setzen und Ergebnisse aus unseren Projekten zu präsentieren. Denn nur ein Wissensaustausch führt zu einer leistungs- und zukunftsfähigen Landwirtschaft.

Dazu erklären wir auf Facebook, Twitter und Instagram sowie im Newsblog unserer Homepage, was wir alles tun und versuchen so jeden Interessierten zu erreichen.

Sie haben ebenfalls Interesse, unsere Agrargenossenschaft kennenzulernen? Oder könnten sich uns in einem Projekt vorstellen? Dann kontaktieren Sie uns gerne.

DiLan ist ein Kommunikationshub der Digitalen Landwirtschaft, auch hier kommen Forschung und Landwirtschaft zusammen.

Auch für das Forum Moderne Landwirtschaft stehen wir gerne Rede und Antwort.

Wissenstransfer ist für uns das A und O

16.01.2020 | Winterruhe in der Pflanzenproduktion

Die meisten unserer Maschinen sind gesäubert, instandgesetzt und zur Winterruhe gebettet, damit sie dann für den nächsten Einsatz gerüstet sind. Auf den Äckern ist ebenfalls alles still, denn die Pflanzen haben ihr Wachstum eingestellt und befinden sich quasi im Winterschlaf.

 

Auf über 600 ha bedeckt bei uns eine Zwischenfrucht den Boden und schützt ihn so vor Erosion und Auswaschung. Auf anderen steht schon die Hauptfrucht als Winterung, wie zum Beispiel Weizen, Gerste und Raps. Ganz neu in unserer Fruchtfolge haben wir den Hartweizen (Durum), der später zu Nudelteig, Bulgur oder Couscous verarbeitet werden kann.

Doch damit findet keine generelle Winterpause statt. Es werden gerade Investitionen in Land- und Baumaschinentechnik sowie der Bau von Futter- und Güllelagerplätzen im Bereich der Milchviehanlage geplant. Auch das Saatgut für die Sommerungen, wie zum Beispiel Sonnenblumen, Mais und Buchweizen, sowie für die Blühflächen wird geordert, genauso der mineralische Dünger, der ergänzend zu den organischen benötigt wird.

Ansonsten finden für uns aktuell etliche Tagungen, Foren und Seminare statt, um ein zukunftsfähiges Modell der Landwirtschaft zu gestalten, in dem Klima- und Umweltschutz mit der Sicherstellung der Nahrungsmittelproduktion nachhaltig miteinander verknüpft werden.

Das Wintergetreide wächst erst im Frühjahr weiter

Unser Grünland kommt zur Ruhe

07.01.2020 | Was erwartet uns im neuen Jahr?

Viele Herausforderungen begleiten uns auch 2020. Das Thema Biodiversität geht für uns als Agrargenossenschaft Trebbin ins fünfte Jahr und integriert sich wie selbstverständlich in die Betriebsplanung. So bauen wir unsere Maßnahmen immer weiter aus: Mehrjährige Blüh- und jährige Ackerrandstreifen gehören genauso dazu wie das Aufhängen von Nisthilfen und die Schaffung von Rohbodenflächen. Des Weiteren werden wir in moderne und umweltfreundliche Landtechnik investieren, um so Ressourcen zu schonen und zum Beispiel den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren.

Wir sind gespannt, in welchem Umfang unsere bereits getroffenen ackerbaulichen Maßnahmen, als Teil der neuen Strategie, greifen und werden sie entsprechend angepasst weiter ausbauen. Neue Kulturen bereichern dazu unsere Fruchtfolge.

In diesem Jahr werden einige Auszubildende ihre Ausbildung beenden und andere neu beginnen. Die Ausbildung von Fachkräften ist uns eine Herzensangelegenheit, weswegen wir auch hier nicht nur am Ball bleiben und sie inhaltlich auf dem neusten Stand halten, sondern sie auch immer weiter verbessern wollen.

Wir möchten auch im Jahr 2020 ein starker und vertrauensvoller Partner für Sie sein. Vom Acker bis zum Hotel, von der Baumaschine bis zur Tankstelle, von der Lackierung bis zur Werkstatt – wir sind für Sie da.

Raps ganz kurz nach dem Auflaufen - eine Pflanze mit hochem Vorfruchtwert in unserer Fruchtfolge

Die Landtechnik wird immer präziser und innovativer.

Artenvielfalt bewahren und fördern bleibt weiterhin eine wesentliche Zielstellung

24.12.2019 | Ein ereignisreiches Jahr 2019 geht zu Ende.
Wir möchten dies zum Anlass nehmen, uns bei Ihnen für die gute Zusammenarbeit und das uns entgegengebrachte Vertrauen recht herzlich zu bedanken.

Wie in kaum einem Jahr zuvor stand die Landwirtschaft mit den Themen Klima- und Umweltschutz, Biodiversität sowie Tierwohl im Fokus der Medien. Doch nicht nur die Anforderungen aus Politik und Gesellschaft steigen, sondern auch die ackerbaulichen Herausforderungen durch die von Extremen geprägte Witterung.

Wir als Agrargenossenschaft stellen uns bereits seit längerem vorausschauend diesen Themen und werden uns auch weiterhin engagiert für eine gesunde, nachhaltige und zukunftsorientierte Landwirtschaft einsetzen.

Wir wünschen Ihnen und Ihrer Familie ein friedvolles Weihnachtsfest und für das Jahr 2020 Gesundheit, Zufriedenheit und Erfolge.

Wir wünschen einen fleißigen Weihnachtsmann!

Unser schöner Weihnachtsbaum im Eingangsbereich

16.12.2019 | Wir sind bunt wie die Natur!

Überall auf der Welt ist vom Artensterben die Rede. Dirk Steffens vom WWF sagte im Juni auf einer Konferenz in Berlin, der Klimawandel sei schon schlimm, aber das Problem des Verlusts der Artenvielfalt sei noch viel schlimmer. Von daher sind wir froh, dass wir als Agrargenossenschaft Trebbin schon seit Jahren im Farmnetzwerk Nachhaltigkeit als aktiver Praxisbetrieb integriert sind und die unterschiedlichsten Methoden ausprobieren, um die Biodiversität auf unseren Flächen zu erhöhen.

Doch Diversität ist nicht nur in Bezug auf Pflanzen- und Tierarten wichtig. Auch in anderen Bereichen ist sie überlebenswichtig. Unser ganzer Betrieb ist danach aufgestellt. So sind wir ein Landwirtschaftsbetrieb, der sowohl Marktfruchtanbau als auch Tierhaltung betreibt, was wichtig für die Kreislaufwirtschaft vor Ort ist. Außerdem gibt es in der Agrargenossenschaft nicht nur Landwirtschaft, sondern auch technische Bereiche wie z.B. die Instandhaltung von Landmaschinen, Nutzfahrzeugen und PKW, aber ebenso die Lackierung von allen Fahrzeugen. Des Weiteren betreiben wir eine Tankstelle, ein Hotel und eine Kantine. Wir bilden auch in allen Bereichen aus, um diese Vielfalt zu erhalten. Damit sind wir weniger anfällig für Marktschwankungen in einzelnen Bereichen.

Doch auch menschlich ist Diversität sehr wichtig. Jeder Mensch ist anders und kann durch seine Persönlichkeit und Erfahrungen dazu beitragen, dass wir uns gemeinsam weiterentwickeln, sowohl als Betrieb, als auch menschlich. Von daher möchten wir ein Arbeitgeber sein, der einen sicheren Arbeits- und Ausbildungsplatz für jede/n Interessierte/n unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung, Religion, Herkunft und Bildungsstand bietet. Wir nehmen uns in so vielen Bereichen die Natur zum Vorbild, so auch hier: Bunt sein wie die Natur bedeutet nachhaltig sein, denn unsere Unterschiede machen uns als Gemeinschaft stark.

Die Kombination von Produktions- und Naturschutzflächen ist unser Weg.

Eine breit aufgestellte Agrargenossenschaft sichert Arbeitsplätze.

Unsere offene Kantine verköstigt uns täglich, macht aber auch Catering für verschiedene Verantstaltungen.

Artenschutz und -förderung ist extrem wichtig

18.11.2019 | Warum die Ausbildung bei uns eine gute Idee ist

Die Agrargenossenschaft Trebbin ist ein vielseitig aufgestelltes Unternehmen. Unser Kerngeschäft ist die Landwirtschaft und so bewirtschaften wir über 4.000 ha Acker- und Grünlandfläche, hauptsächlich in der Gemeinde Trebbin. Wir kombinieren dabei die moderne, produktive Landwirtschaft mit effektivem Naturschutz. Für unsere Milchrinder bauen wir fast alle Futterpflanzen selbst an und setzen dabei u. a. auf einheimische Eiweißträger wie die Luzerne. So können wir komplett auf Soja verzichten. Neben dem Futteranbau produzieren wir auch Marktfrüchte. Einen Teil unserer Erzeugnisse der landwirtschaftlichen Produktion setzen wir zur umweltfreundlichen Energieproduktion in der im Ort befindlichen Biogasanlage ein.

Weiterhin sind der Vertrieb, die Vermietung und der Service von und an Baumaschinen ein wichtiges Standbein der Agrargenossenschaft. In unseren Werkstätten bieten wir Reparatur-, Lackierungs- und Wartungsleistungen für NKW, Landmaschinen, Traktoren sowie PKW an. Eine Tankstelle betreiben wir auch. In unserer Kantine wird jeden Tag frisch gekocht und das Essen auch ausgeliefert, wie z.B. an den ortansässigen Kindergarten. Wir führen außerdem Veranstaltungen jeglicher Art durch und bieten dafür das entsprechende Catering und Übernachtungsmöglichkeiten im eigenen Hotel an.

In jedem Bereich arbeiten qualifizierte Fachkräfte, die ihr Wissen gerne weitergeben. Das ist Voraussetzung, um dem weiterhin existierenden Fachkräftemangel entgegentreten zu können. Wir legen verstärkt Wert auf die eigene Ausbildung in den unterschiedlichen Sparten. So bieten wir die Berufsausbildung zum:

  • Landwirt (m/w/d)
  • Tierwirt (m/w/d)
  • Fahrzeuglackierer (m/w/d)
  • Kraftfahrzeugmechatroniker PKW/ NKW (m/w/d)
  • Mechaniker für Land- und Baumaschinentechnik (m/w/d)
  • Koch (m/w/d)
  • Kaufmann für Büromanagement (m/w/d) und
  • zur Fachkraft Agrarservice (m/w/d) an.
Mit einer guten Ausbildung wird der Grundstein für eine langfristige und erfolgreiche Zusammenarbeit zwischen den Auszubildenden und dem Betrieb gelegt. Die Ausbildung in der Agrargenossenschaft Trebbin wird zunehmend beliebter und hervorragende Ergebnisse bei den Abschlussprüfungen zeugen von einer guten Zusammenarbeit zwischen AusbilderInnen und Auszubildenden.

Auf der Brandenburgischen Landwirtschaftsausstellung wurde die Agrargenossenschaft Trebbin als „Ausgezeichneter Ausbildungsbetrieb“ in den „Grünen Berufen“ im Mai 2018 ausgezeichnet. Weiterhin wurde die Agrargenossenschaft Trebbin durch die Innung Land- und Baumaschinentechnik Berlin und Brandenburg für ihre gute Arbeit im Rahmen der Lehrlingsausbildung geehrt. Im Abschlussjahrgang 2019 für Land- und Baumaschinenmechatroniker wurde unsere Auszubildende 1. Landes- und Innungssiegerin in Berlin und Brandenburg.

Eine gute Gelegenheit um bei uns hineinzuschnuppern ist z. B. der bundesweit stattfindende Girls’ Day – Mädchen-Zukunftstag am 26. März 2020. Wir freuen uns über zahlreiche Anmeldungen!

Auf der Ausbildungsmesse in Luckenwalde sind wir auch immer dabei.

Gute Erläuterungen sind die Grundlage für eine gute Ausbildung.

Die Vielfalt an Ausbildungsberufen bei uns bietet eine gute Auswahl.

15.11.2019 | Unser Besuch bei der Agritechnica

In diesem Jahr findet die Agritechnica vom 10. – 16. November in Hannover statt. Auf der Weltleitmesse für Landtechnik präsentieren alle führenden Unternehmen der Branche ihre Neuheiten und Innovationen. Zudem ist die Agritechnica das Schaufenster der globalen Landtechnikindustrie und Forum für die Zukunftsfragen der Pflanzenproduktion. Über 2750 AusstellerInnen aus 51 Ländern sind vor Ort und ein breites, topaktuelles Foren- und Tagungsprogramm informiert über die aktuellen Wissensstände und Innovationen.

Wir haben in diesem Jahr beschlossen, daraus einen organisierten Betriebsausflug für unsere MitarbeiterInnen zu machen. So fuhren wir am 12.11. um 6:00 Uhr mit 26 Personen in einem Reisebus nach Hannover. Der Bus wurde nicht nur gemietet, sondern auch noch mit Getränken und Snacks bestückt. Vier Stunden später waren wir schon in Kleingruppen auf dem großen Messegelände unterwegs. Es gab viel zu sehen. Mehr als in sechs Stunden möglich war. Es war beeindruckend wie der Fortschritt im Bereich Digitalisierung und Precision Farming weiter voranschreitet. Und sich auch die Technik stets weiterentwickelt. Nach unzähligen Eindrücken ging es dann gegen 15:30 Uhr wieder Richtung Heimat.

Die durchweg gute Stimmung während der Fahrt und auf der Messe haben die Fahrt zu einem tollen Erlebnis gemacht. Es war ein sehr schöner und informativer Ausflug, der inspiriert und Lösungsansätze bietet. Besonders hat es uns gefreut, dass die Auszubildenden so zahlreich teilgenommen haben. Das kann nur gut für die Prüfungen sein.

Busfahrt nach Hannover

Ganz viel Technik zum Anfassen

Vorfreude auf dem Messegelände

08.11.2019 | Tag der Ernährungswirtschaft in Luckenwalde

Im Rahmen der Wirtschaftswoche des Landkreises Teltow-Flämings fand am 06. November der Tag der Ernährungswirtschaft im Kreishaus Luckenwalde statt. Eingeladen dazu haben der Kreisbauernverband Teltow-Fläming e.V. und der Landkreis, in Vertretung durch Herrn Meierhöfer als Amtsleiter Landwirtschaft, der die Veranstaltung moderierte. Der Schwerpunkt lag auf der Herstellung und dem Absatz regional erzeugter Produkte sowie den bestehenden Herausforderungen dabei.

Den VeranstalterInnen war wichtig, dass branchenübergreifend ein Dialog entsteht, um in der Zukunft weitere regionale Wertschöpfungsketten aufzubauen. Dafür braucht es ein Forum, in dem sich LandwirtInnen, handwerkliche Verarbeitungsbetriebe, regionale HändlerInnen und Gastronomen kennenlernen und austauschen. Ebenso sollten an diesem Tag aber natürlich auch die VerbraucherInnen die Möglichkeit haben, sich zu diesem Thema zu informieren und ihre Vorstellungen einzubringen.

So fanden drei interessante Podiumsdiskussionen zu den Themen „Mehr Tier von hier“, „Aus der Region, für die Region“ und „Klimawandel auch bei uns – was tun?“ statt. Bei „Aus der Region, für die Region“ war auch die Agrargenossenschaft Trebbin durch Jana Gäbert auf der Bühne vertreten. Dort ging es dann nach einer kurzen Unternehmenspräsentation etwa eine Stunde um die acker- und pflanzenbaulichen Herausforderungen am Standort, gerade unter den klimatischen Veränderungen, sowie den Anforderungen aus Politik und Gesellschaft. Im Gespräch mit Sebastian Klass von einem bio zertifizierten Nachbarbetrieb wurde deutlich, dass Kooperation mit Nachbarn nicht nur wichtig ist, sondern auch gut funktionieren kann. Jana Gäbert stellte heraus, dass ein Schulterschluss zwischen groß und klein, biologisch und konventionell wirtschaftend notwendig ist, um gemeinsam an Lösungen für eine zukunftsorientierte Landwirtschaft zu arbeiten.

Wir bedanken uns beim Kreisbauernverband Teltow-Fläming e.V. und dem Landkreis für das Ausrichten dieser Veranstaltung und hoffen, dass ähnliche folgen werden.

Herr Baumecker und Herr Behmann diskutieren über den Klimawandel bei uns

Es wird immer wärmer

Jana Gäbert stellt die AGT vor

06.11.2019 | Tropische Pflanzen für Verbesserungen im Acker- und Pflanzenbau

Zwei Pflanzen, die wir im Zwischenfruchtanbau verwenden, wollen wir an dieser Stelle einmal näher beleuchten. So enthalten all unsere Mischungen das Ramtillkraut, das wir als gute Vorkultur schätzen. Die rasch wachsende Pflanze wurzelt sehr tief und braucht dabei kaum Wasser oder Nährstoffe. Sie stammt ursprünglich aus den Hochlagen der Tropen und wird vor allem in Äthiopien und Indien als Ölfrucht angebaut. Hitze macht ihr daher wenig zu schaffen. Obwohl das Kraut nach rascher Keimung in den ersten zehn bis zwanzig Tagen eher verhalten startet, kann es bei früher Saat durch das rasche Massenwachstum in nur zehn Wochen zu einer beachtlichen Wuchsgröße kommen. Es bedeckt den Boden schnell und vollständig und ist sehr konkurrenzstark gegenüber keimenden Samenunkräutern. Als tropische Pflanze friert das Ramtillkraut zuverlässig ab im Winter, auch bei großen Pflanzen besteht daher kein Durchwuchsrisiko in der Folgekultur.

Die andere, noch nicht so bekannte Pflanze, ist der Tillage Radish (eine Varietät von Raphanus sativus), auch liebevoll der lebende Bodenbohrer oder Tiefenrettich genannt. Dieser Rettich ist eine Innovation aus der Pflanzenzüchtung für den Zwischenfruchtanbau. Er bildet im Gegensatz zum normalen Ölrettich eine sehr dicke Pfahlwurzel, die leichte Bodenverdichtungen durchbrechen kann. Wie alle Retticharten sollte er im Herbst nicht eingepflügt werden. Er friert im Winter gut ab und hinterlässt tiefe Hohlräume, durch die sich der Boden im Frühjahr schnell erwärmen kann. Außerdem profitieren nachfolgende Fruchtarten von der Bodenlockerung und können entsprechend besser den Boden durchwurzeln. Ursprünglich stammt der Ölrettich aus wärmeren Regionen. Es gibt Aufzeichnungen darüber, dass schon vor etwa 2000 Jahren in Ägypten der Ölrettich zur Ölgewinnung genutzt wurde. Das ist heute dort und auch in China und Japan noch der Fall. Für uns in unseren Breiten ist es eine tolle Zwischenfrucht für die Gründüngung, die wir nicht mehr missen möchten.

Ein junges Exemplar des Ramtillkrauts

Junge Wurzeln des Ramtillkrauts

Dicke Pfahlwurzel des Tillage Radishs

Tillage Radish

04.11.2019 | Der Ton macht die Musik
Wenn man zu einem bestimmten Thema in den Dialog geht, dann gibt es sogenannte Schlagwörter, die sich für bestimmte Gruppen etabliert haben, um zu signalisieren, wie sie zu einer Sache stehen. Ein bekanntes Beispiel einer informellen Sprachregelung aus der Vergangenheit verdeutlicht das gut. Es geht um die Verwendung der Präfixe „Atom-“ und „Kern-“: BefürworterInnen sprachen seit dem Ende der 1950er Jahre von Kernenergie, Kernkraftwerk usw., während GegnerInnen den Begriff „Atom-“ verwendeten. Fast jede/r Interessierte kannte diese Konvention und allein durch die Wortwahl war sofort klar, auf welcher Seite jemand stand.

Das sogenannte „Wording“ kann darüber entscheiden, mit welcher Einstellung an ein bestimmtes Thema herangegangen wird. Das wird gerne in der Politik genutzt, um die eigene Agenda voranzutreiben. Dafür werden dann einfach Synonyme gesetzt oder leider auch wissenschaftliche Definitionen schlicht außer Acht gelassen. Und wenn nicht aufgepasst wird, dann wird das in den gesellschaftlichen Sprachgebrauch übernommen. Genau das ist in den letzten Jahren in der Landwirtschaft passiert.

Stichwort „Massentierhaltung“: In den Agrarwissenschaften existiert dieser ungenaue Begriff gar nicht. Denn eine Masse ist unbestimmt. Eine einzelne Kuh ist auch schon eine Masse. In den entsprechenden Fachbereichen wurde daher schon immer die sogenannte Masse ins Verhältnis zur Fläche gesetzt. Das ist viel aussagekräftiger, denn die alleinige Anzahl der Tiere sagt nichts über den zur Verfügung stehenden Platz aus. Es kann theoretisch jede beliebige Masse (ob Einzeltiere oder eine große Herde) gut oder schlecht gehalten werden. Des Weiteren sagt die Anzahl genauso wenig etwas über das Tierwohl aus. Ein großer Außenklimastall, der nach den Bedürfnissen von Milchrindern konzipiert wurde, sorgt für mehr Tierwohl als ein kleiner, dunkler Stall. Von daher wünschen wir uns im Dialog die Verwendung der Begriffe „Intensiv-/ Extensivhaltung“ ggf. ergänzt um konkrete Werte des oben erwähnten Verhältnisses, die verdeutlichen wie viel Tiere pro Fläche gehalten werden. Außerdem sollte das Tierwohl losgelöst von der Tieranzahl betrachtet werden. Ansonsten bedient man sich der Vorurteile und tut vielen größeren Betrieben Unrecht.

Stichwort „Monokultur“: Hier haben wir den Fall, dass Begrifflichkeiten vollkommen falsch verwendet werden. Eine Monokultur ist per Definition eine Hauptfrucht (z. B. Winterweizen), die mindestens 5 Jahre lang hintereinander auf derselben Fläche angebaut wird. So etwas gibt es in Deutschland so gut wie gar nicht. Jede/r LandwirtIn agiert mit einer Fruchtfolge. Diese kann ein einfacher Fruchtwechsel mit zwei Früchten sein oder bis zu einer langen vielfältigen Fruchtfolge reichen. Allein aus Gründen der Pflanzengesundheit und somit auch ökonomischen Gründen ist eine Monokultur unsinnig. Was wir auf den Feldern sehen, sind dagegen Reinkulturen. Es wird ausschließlich eine Hauptfrucht auf einem Acker angebaut, allerdings nicht nacheinander auf demselben Acker. Ein Beispiel: Auf einem bestimmten Acker wird in Jahr 1 Raps angebaut, in Jahr 2 Winterweizen, in Jahr 3 Mais und in Jahr 4 Wintergerste. Danach geht es dann wieder von vorne los. So haben alle Kulturen 3 Jahre Pause ehe sie wieder angebaut werden. Es gibt aber auch Kulturen, die vertragen es auch, zwei Jahre hintereinander angebaut zu werden. Auch hier kann man keine weiteren Schlussfolgerungen darüber ziehen, wie ökologisiert der Ackerbau als solcher ist und ob Biodiversitätsmaßnahmen durchgeführt werden oder nicht.

Stichwort „Pestizide“: Dieser Begriff wird als Synonym für „Pflanzenschutzmittel“ verwendet. Pflanzenschutzmittel umfassen das ganze Spektrum an Mitteln, die dafür zugelassen sind, Pflanzen auf dem Feld (oder auch in Ihrem Garten, auf Ihrem Balkon) zu behandeln, wenn sie krank sind (bei Befall z. B. durch eine Pilzinfektion spricht man von einem Fungizid), von Schädlingen befallen sind (Insektizid) oder wenn die Unkrautkonkurrenz zu groß wird (Herbizid). Auch ein Brennnesselsud zur Bekämpfung von Läusen ist ein Pflanzenschutzmittel (oder eben Pestizid). Das Wort „Pestizid“ ist negativ belegt und ruft entsprechende Abneigung in einer sachlichen Debatte hervor. Dabei sind Pflanzenschutzmittel eine Begrifflichkeit wie Medizin für Menschen. Da ist alles erfasst, ob ein Stärkungsmittel pflanzlichen Ursprungs, ein Antibiotikum gegen eine bakterielle Infektion oder auch Morphium als Schmerzmittel. Und die Mittel haben ihre Zulassung, da sie einen bestimmten Zweck erfüllen und gesundheitsfördernd sind. Genau wie bei Pflanzenschutzmitteln. Nur dass es um Pflanzen geht, aus denen gesunde Lebensmittel hergestellt werden sollen.

Massentierhaltung, Monokultur, Pestizide. So wird heutzutage die Landwirtschaft beschrieben. Bei Nennung von jedem dieser drei Begriffe hatten Sie bestimmt ein negatives Geschmäckle beim Lesen. Ursache ist, dass diese Begriffe negativ besetzt wurden. Dabei verbirgt sich dahinter per se nichts Schlechtes bzw. nicht automatisch die Wahrheit. Doch es ist unmöglich einen zielführenden Diskurs zu führen, wenn der Mensch schon diese negative, durch bestimmte Gruppierungen gewollte Verknüpfung hat. Wir möchten uns daher für eine korrekte Sprachregelung aussprechen, die nur durch weitere Aufklärung möglich ist und fordern jene auf, die es besser wissen müssen, diese populistischen Begriffe sein zu lassen und die korrekten zu verwenden. Das hat etwas mit Respekt und Fachgerechtigkeit zu tun. Denn der Ton macht die Musik.

Triticale als Reinkultur auf einem unserer Äcker

24.10.2019 | Worum ging es eigentlich bei den Bauerndemos diese Woche?

Am Dienstag gab es in Deutschland bundesweite Protestaktionen der Bauern. Egal, ob groß oder klein, ökologisch, integriert oder konventionell wirtschaftend, an diesem Tag standen alle im Schulterschluss unter dem großen Motto: Wir rufen zu Tisch – miteinander reden, statt übereinander. Auch von uns gab es Beteiligung an der Traktoren-Sternfahrt nach Berlin.

Unser Anliegen ist es, dass die Politik und verantwortliche NGOs mit uns in den Dialog treten und nicht über unsere Köpfe hinweg Entscheidungen treffen, die nicht praktikabel sind oder am Ziel vorbeischießen. Das Agrarpaket, das von der Bundesregierung gerade beschlossen wurde, gefährdet landwirtschaftliche Betriebe. Die Verschärfung der Düngeverordnung führt zu Unterdüngung und schadet langfristig der Bodenfruchtbarkeit. Die permanente negative Stimmungsmache belastet uns als Menschen und schürt Ärger und Frustration im Berufsstand. Diskriminierung und Benachteiligung bis hin zu Beschimpfungen gehören leider inzwischen zur Tagesordnung. Auch dass der Diskurs oft nicht sach- oder fachgerecht geführt wird, ist der gesamten Sache nicht dienlich. Dazu kommt das Mercosur-Handelsabkommen, dass regionale Produkte durch billige Importware zu ersetzen droht.

Wir von der Agrargenossenschaft wollen, dass alle gemeinsam an den Tisch kommen und über mögliche Lösungen für eine zukunftsfähige, klimafreundliche Landwirtschaft sprechen. Weg von Ideologien und Vorurteilen. Hin zu einer ökologischen, ökonomischen und sozialen Perspektive. Deswegen sind wir aktive Teilnehmer in unterschiedlichsten, wissenschaftlichen Projekten und unterstützten auch am Dienstag die Bauerndemonstrationen in Deutschland.

Am Zielort angekommen

19.10.2019 | Warum tragen unsere Milchkühe Fitnessarmbänder?

Das Fitnessarmband ist natürlich keines was viele Menschen am Handgelenk tragen, sondern ein Pedometer. Die Funktionen sind aber sehr ähnlich. Das Pedometer ist ein kleines elektronisches Gerät zum Zählen von Schritten, das bei unseren Milchkühen an den Beinen, oberhalb der Klaue, angebracht ist. Die gelaufenen Schritte des Tieres werden gezählt und abgespeichert. In regelmäßigen Abständen werden die Pedometer über Funk ausgelesen.

Wir setzen Pedometer in der Milchviehhaltung ein, um über die gemessene Schrittzahl Rückschlüsse auf die Aktivität der Tiere ziehen zu können. Jede Kuh hat ihr tierindividuelles Schrittmuster. Bei Abweichungen wird das Tier dann digital markiert. So können wir weitere Hinweise auf den Gesundheitszustand der Kuh erhalten. Liegt zum Beispiel eine beginnende Stoffwechselerkrankung vor, dann kann die Information, dass das Tier sich weniger bewegt als sonst, hilfreich sein, um eine frühzeitige Erkennung und Behandlung zu ermöglichen. Eine erhöhte Aktivität kann ein Hinweis dafür sein, dass die Kuh brünstig ist und besamt werden kann.

Eine unserer Damen mit Pedometer

15.10.2019 | Unsere Anforderungen an die Zwischenfrüchte

Die Fruchtfolgegestaltung und die Zielsetzung des Zwischenfruchtanbaues (Futternutzung, Gründüngung) haben Einfluss auf die verschiedenen Zwischenfruchtarten. Während zum Beispiel in reinen Getreidefruchtfolgen sämtliche Zwischenfruchtarten angebaut werden können, verzichten wir in Rapsfruchtfolgen auf Kreuzblütler (z.B. Senf und Ölrettich), um verschiedenen Rapskrankheiten keine Wirtspflanzen anzubieten.

Zur Futtergewinnung haben wir Sommer- und Winterfutterroggen auf dem Plan. Für die Gründüngung arbeiten wir mit Senf, aber auch verschiedenen Mischungen von der DSV (Deutsche Saatenveredelung). Bei der Auswahl berücksichtigen wir immer den Standort. So nutzen wir die u.a. AquaPro, die speziell für Wasserschutzgebiete entwickelt wurde. Die Pflanzenzusammensetzung produziert selbst keinen Stickstoff, bindet aber die von Auswaschung gefährdeten Nährstoffe. Des Weiteren verwenden wir die N-Fixx Mischung, die sicher vor Sommerungen abfriert, stark humusbildend ist und über ein gutes N-Nachlieferungsvermögen aufgrund des hohen Leguminosenanteils verfügt. Die SolaRigol TR hingegen gilt als Boden beschattende, für intensive Durchwurzelung sorgende und Biodiversität erhöhende Mischung. So kann im Frühjahr ggf. auf eine tiefe Bodenbearbeitung verzichtet werden.

Wichtig ist, dass auf den Flächen, auf denen keine Winterkultur angebaut wird, Zwischenfrüchte stehen, um den Boden vor Erosion, Wasser- und Nährstoffverlusten zu schützen. Außerdem erhöhen wir so die Bodenfruchtbarkeit und -gesundheit. Aber auch für Insekten und Niederwild sind unsere Flächen auf die Art attraktiv.

Über so viel Biodiversität freut sich Boden, Tier und Mensch

Nicht nur Boden-, sondern auch Insektenschutz

Zahlreiche Pflanzenarten sind im Zwischenfruchtbestand zu finden

08.10.2019 | Auch eine Königin braucht Wasser

Die sogenannte Königin der Ackerfutterpflanzen, die Luzerne (Medicago sativa), bildet eines der beachtlichsten Wurzelwerke aller Nutzpflanzen aus. Mit ihrer bis zu 2,5 m in den Boden reichenden Pfahlwurzel und einer unglaublichen Wurzelmasse von bis zu 6 t/ ha (das entspricht etwa 300.000 Tafelschwämmen) ist die Luzerne bestens gerüstet, auch Trockenperioden gut zu überstehen. Zwar ist bei der Trockenheit in diesem Jahr aus den vorgenannten Gründen das Überleben der Pflanzen gesichert, jedoch wird unter diesen Bedingungen nur unzureichend Erntegut, also oberirdische Biomasse gebildet. Durch eine zusätzliche Wassergabe kann die Luzerne als eine der beregnungswürdigsten Kulturen deutlich mehr Masse produzieren. Das Zusatzwasser soll einen guten Ertrag liefern somit den Futterbedarf unserer Milchrinder decken.

Unsere Milchkühe benötigen auch Eiweiß in ihrer Ration. Eine Möglichkeit wäre es, Soja, eine preisgünstige, leicht verfügbare Proteinquelle, zu verwenden. Das lehnen wir als Betrieb allerdings ab, da der Großteil des Sojas auf dem Weltmarkt gentechnisch verändert ist und überwiegend außereuropäisch angebaut wird, was globale Transporte bedeutet. Die Luzerne ist daher eine gute Alternative zur Sojabohne: Einheimisch, ökologisch wertvoll für Insekten und ein wichtiger Bestandteil unseres Fruchtfolgesystems. Sie enthält etwa 6,9 g Protein in 100 g frischer Blattmasse und wird von den Tieren gerne gefressen. Daher verzichten wir schon länger auf die Sojabohne in der Ration und wollen unsere Anbaufläche für einheimische Alternativen noch vergrößern.

Die Etablierung eines Luzernebestands stellt unter den trockenen Frühjahrsbedingungen eine Herausforderung dar, die zum einen durch Nutzung einer Deckfrucht (Hafer oder Gerste) und zum anderen durch Einsatz der Beregnung gemeistert werden soll. Ist der Bestand erst etabliert, wird sie meist fünf Jahre lang mit bis zu fünf Schnitten genutzt und kann unter den hiesigen Standortbedingungen bis zu 100 Dezitonnen Trockenmasse pro Hektar und Jahr liefern.

Luzerne ist auch ökologisch bedeutsam

Ein durch Trockenheit verursachter, lückiger Bestand

Blühende Luzerne

05.10.2019 | Welchen Beitrag die Agrargenossenschaft für den Klimaschutz leistet

Bereits seit vielen Jahren setzen wir auf erneuerbare Energien, um eine Alternative zu Atomkraft und fossilen Brennstoffen zu fördern. Das tun wir auf verschiedenen Wegen. Zum einen befinden sich auf den Stall-, Scheunen- und weiteren Wirtschaftsgebäudedächern Photovoltaikanlagen. Diese verwerten die Sonnenenergie und wandeln sie in Strom um, der in das Stromnetz eingespeist wird. Das ist ein klimafreundlicher Prozess, da die Sonne uns als unbegrenzte, umweltfreundliche Energiequelle zur Verfügung steht.

Zum anderen beliefern wir die ortsansässige Biogasanlage mit Abprodukten aus dem Stall und nachwachsenden Rohstoffen vom Acker. Darunter fallen ein Teil der Gülle und das Restfutter aus der Milchkuhhaltung sowie Mais-, Gras- und Ganzpflanzensilagen (teilweise aus Zwischenfrüchten), die wir in der Rinderfütterung nicht benötigen. Das in den Fermentern produzierte Biogas wird entweder als aufbereitetes Biomethan ins Erdgasnetz eingespeist oder in einem Blockheizkraftwerk in Strom und Wärme umgewandelt. Der Strom wird dann in das öffentliche Netz eingespeist.

Nach Abschluss des Gärprozesses kann dann der angefallene Gärrest als wertvoller organischer Dünger auf unseren Feldern ausgebracht und der Zukauf von mineralischen Düngemitteln reduziert werden. Hiermit erreichen wir für uns einen deutlich regionaleren Stoffkreislauf. Diese Zielsetzung unterstützen wir weiterhin mit dem umfangreichen Futtermittelanbau, den wir betreiben. Uns ist es wichtig, dass unsere Milchkühe regional erzeugtes Futter bekommen. So setzen wir statt auf Soja auf einheimische Eiweiß- und Ölpflanzen wie zum Beispiel Luzerne und Raps. Damit verringern wir die globalen Transporte und nutzen keine Flächen, für die der Regenwald weichen muss. Das ist unser Beitrag zum Klimaschutz.

Die Biogasanlage als klimafreundliche Variante zur Gas- und Stromerzeugung

Regionale Eiweißpflanzen sparen globale Transporte ein

Photovoltaik auf unseren Stallanlagen

02.10.2019 | Unsere Maisernte ist vollbracht

Am vergangenen Wochenende konnten wir unsere Silomaisernte abschließen. In diesem Jahr waren wir erneut relativ zügig fertig, da die Erträge leider sehr gering ausgefallen sind. So war dieses Anbaujahr wiederholt geprägt von anhaltender Trockenheit und wochenlangen heißen Temperaturen. Die Maispflanzen waren durch Trockenstress gekennzeichnet: eher kleinwüchsig, kleine Kolben und ein frühes Eintreten in das Stadium des Absterbens. Im Vergleich dazu waren die Pflanzen, die auf unseren Beregnungsflächen standen über 2 m hoch, zeigten einen sehr guten Kolbenansatz und wiesen einen sehr guten Trockensubstanzgehalt auf. Diese Bestände sichern uns die Grundlage für die Milchkuhfütterung ab.

Wir waren teilweise mit zwei Häckslern von Krone im Einsatz. Mit dem Big X 650 und dem Big X 780. Je nach Entfernung zum Futterlagerplatz waren zwei bis vier Abfahrer pro Häcksler im Einsatz. Unsere Maispflanzen landeten in unterschiedlichen Silos, abhängig vom gesamtheitlichen Erscheinungsbild, von der Sorte, der Lage der Fläche und dem Verwendungszweck. Letzterer entscheidet u. a. auch über die Häcksellänge des Ernteguts. Silomais für die Biogasanlage wird etwas kürzer gehäckselt als für die Rinder. Nach dem sehr guten Verdichten des Silos muss alles luftdicht mit zwei Folien, danach mit einem Schutznetz abgedeckt und zum Schluss mit Reifen beschwert werden. Dazu haben wir uns in diesem Jahr Siloringe angeschafft, damit das Abdecken des Silos etwas leichter von der Hand geht.